Hunde jagen

Trainingseinheiten für Zwei- und Vierbeiner

 

Christina Eichler lebt in Niedernhausen in der Nähe von Wiesbaden und liebt die Natur. Sie ist geduldig und hilfsbereit, verheiratet und hat eine Tochter. Sie hat ein Talent, mit Hunden umzugehen. Da sie auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, hat sie eine große Liebe für Tiere entwickelt. Im Verlauf der vergangenen Jahre haben sie schon viele Hunde auf ihrem Lebensweg begleitet. Nur ein vierbeiniges Familienmitglied war für Christina Eichler nicht genug. Mit den Jahren gesellten sich immer mehr dazu, und so kam es, dass ihre Familie nun drei Labradore und einen Magyar Vizsla, einen ungarischen Vorstehhund, umsorgt. Seit vierzehn Jahren ist Christina Eichler Mitglied des Deutschen Retriever Clubs und Trainerin und Ausbilderin von Jagdhunden.

 

Die Idee, im Bereich des Hundesports und Hundetrainings mitzuwirken, kam "durch meine erste Labradorhündin Chiara", sagt sie, da sie ihrer Hündin aufgrund mangelnder Auslastung mehr Spaß und sportliche Bewegung bieten wollte. Dadurch wurde Chiara für sie auch ein deutlich besserer Alltagsbegleiter. Die 43-Jährige begann bei der Jagdhundeausbildung mitzuwirken und entdeckte damit ihre wahre Berufung. Die Jagdhundeausbildung lässt sich als Simulation von Jagd definieren. Hunden mit Jagdtrieb wird so ermöglicht, ihrem Trieb nachgehen zu können, ohne dass dabei ein lebendiges Tier in Gefahr gerät, verletzt oder im schlimmsten Fall sogar getötet wird. In der Trainingsgruppe üben Hunde mit ihren Besitzern. Die Hunde erhalten dann Aufgaben, bei denen sie beispielsweise kleinere Dummys apportieren müssen und diese diszipliniert ihrem Herrchen oder Frauchen zurückbringen. Diese Trainingseinheiten in der Gruppe kosten für jeden Teilnehmer zehn Euro. Im Laufe des Jahres trainiert Eichler 50 bis 60 Hunde.

 

Das Hundetraining findet häufig in unterschiedlichem Gelände nahe Frankfurt und Wiesbaden statt; auf Wiesen, an Hängen oder im Wald, damit Abwechslung und neue Herausforderungen entstehen. Zunächst werden in der Regel die konditionsintensiveren Sachen trainiert, was man prinzipiell als Leistungssport bezeichnen kann. Diese Aufgaben sind immer angepasst an den Leistungsstand des Hundes und an den des jeweiligen Hundeführers, damit es nicht zu einer Überlastung kommt. Je besser ein Team aus Mensch und Hund funktioniert, umso mehr können die Aufgaben gesteigert werden.

 

Es gibt auch Prüfungen, an denen die Hundeführer mit ihren Vierbeinern teilnehmen können. Zuletzt hat Christina Eichler mit ihrem jüngsten Labradorrüden Jamie bei einer Dummyprüfung für Fortgeschrittene den ersten Platz erreicht. Auch hier gibt es mal die eine oder andere Komplikation wie zum Beispiel Missverständnisse zwischen Hund und Hundeführer, die aus der Welt geschafft werden müssen. Ein starker Jagdtrieb des Hundes führt zu Herausforderungen, das Jagdinteresse muss gemindert werden. Auch wenn die Kommunikation zwischen dem Hund und dem Hundeführer, die durch Kommandos wie Gestiken oder auch durch Sprache erfolgt, Mängel aufweist, muss man sich damit intensiver befassen.

 

Eichler findet auch die Arbeit als Schweißhundeführer spannend, wo Blutspuren von verletzten oder toten Wildtieren gemeinsam mit einem Hund nachgegangen wird.

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2023, Nr. 7, S. 26 - Julia-Marie Eichler, Friedrich-List-Schule, Wiesbaden

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