Sattelfest in Englisch

Sina liebt Irland über den grünen Klee

Ich bin Reiterin. Irland besitzt nicht nur eine wunderschöne Landschaft, sondern auch viele Pferde. Ich wollte weiterhin meinem Hobby nachgehen. Deshalb habe ich in Blarney gewohnt. Das kleine, ländliche Dorf befindet sich etwa acht Kilometer entfernt von Cork, der zweitgrößten Stadt Irlands", berichtet Sina Uhl, eine 18-jährige Schülerin aus Bergfelde im nördlichen Berliner Umland. "Die Hauptgründe für ein Auslandsjahr waren, mein Englisch zu verbessern und neue Erfahrungen zu sammeln. Außerdem wollte ich lernen, selbstorganisierter zu werden." Sina Uhl erinnert sich an ihre Abschiedsfeier vor dem Auslandsjahr: "Als alle Freunde gegangen sind, habe ich realisiert, dass ich sie zehn Monate lang nicht sehen werde. Dieser Gedanke machte mich sehr traurig." Die Schülerin schweigt einen Moment lang. Man kann die Ruhe spüren und die warmen, fruchtigen Düfte der Blumen im Raum wahrnehmen. Dann berichtet sie von dem Abschied ihrer Familie: "Meine Eltern haben mich zum Flughafen gefahren. Doch nicht nur sie waren da, sondern auch meine Tante und Freunde der Familie. Das war wirklich sehr schön. Nach dem Check-in hatte ich gemischte Gefühle. Natürlich freute ich mich auf das Auslandsjahr, trotzdem hatte ich noch die eine oder andere Träne im Auge."

 

Sina Uhl sieht für einen Augenblick zu ihrem großen Schreibtisch in ihrem Zimmer, bevor sie von den Erfahrungen in Irland berichtet: "Die Schüler und Lehrer waren sehr nett und hilfsbereit. Auf den Schulfluren gab es Kameras. Da habe ich mich sehr beobachtet gefühlt. In den Klassenräumen hingegen waren keine Kameras. In der Schule mussten alle Schüler eine spezielle Uniform anziehen. Grundsätzlich mag ich Uniformen, aber die Schulkleidung, die wir dort tragen mussten, war sehr unpraktisch. Jeder Schüler musste einen Wollpullover und eine Anzughose tragen. Darunter sollte man noch ein Hemd anziehen. Eine Krawatte gehörte auch dazu. Der Nachteil an der Kleidung war, dass man im Frühjahr und Sommer ständig geschwitzt hat. Selbst im Sportunterricht gab es eine einheitliche Kleidung. Die Sportarten hingegen haben der athletischen, schlanken Schülerin jede Menge Freude bereitet: "Der Sportunterricht war sehr abwechslungsreich und hat mir viel Spaß gemacht. Neben Volleyball haben wir auch andere Sportarten wie Tennis gespielt."

 

Sie überlegt einen kurzen Moment, fährt mit den Händen durch ihre hellbraunen Haare und streift über ihren kuscheligen Pullover und die sportliche, enge Hose. "Sowohl mit meinem Kunstkurs als auch im Sportunterricht haben wir Ausflüge gemacht. Mit der Sportklasse sind wir zu einem wunderschönen See gegangen. Zusammen mit den anderen Schülern aus dem Kunstkurs habe ich ein Museum besucht."

 

"Blarney ist ein Dorf. Die Landschaft ist sehr schön. Besonders gefallen hat mir die Nähe zu den Pferden. Das Doofe war, dass ich von meinem Wohnort zur Schule so weit weg gewohnt habe. In Blarney gibt es keinen Bahnanschluss. Der Bus fuhr zum Glück alle 20 Minuten. Ich habe mir oft vor der Schule andere Kleidung mitgenommen, um auf der Rückfahrt von der Schule nach Hause nicht die verschwitzte Schuluniform tragen zu müssen."

 

Die fröhliche Schülerin überlegt einen Moment, bevor sie von einem besonderen Festtag erzählt, den sie miterlebt hat: "Halloween wird in Irland ganz groß gefeiert. Letztes Jahr gab es sogar eine Halloweenparade, bei der viele Menschen in aufwendigen Kostümen und Festwagen ausgelassen getanzt haben." Sina Uhl fand die Menschen, die sie in Irland kennenlernen konnte, sehr freundlich und hilfsbereit: "Ich habe in der Schule viele tolle Schüler getroffen und Freundschaften geschlossen. Mit meinen irischen Freunden habe ich immer noch Kontakt. Ich schreibe ihnen zu verschiedenen Anlässen, zum Beispiel an Geburtstagen oder an Festen wie Halloween. Meine Gastfamilie war ebenfalls sehr lieb und verständnisvoll. Deshalb schreiben wir uns auch noch immer."

 

Sina war von den Erfahrungen und Erlebnissen begeistert: "Ich würde anderen Schülern ein Auslandsjahr empfehlen, wenn sie bereit sind, neue Erfahrungen zu machen. Ich wurde definitiv selbstorganisierter und unabhängiger. Natürlich schätze ich die Unterstützung meiner Eltern. Trotzdem habe ich gelernt, selbständig Dinge zu organisieren. Ein Auslandsjahr in Irland kann ich jedem Schüler ans Herz legen, der Landschaften und Pferde mag."

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2023, Nr. 118, S. 26 - JULIENNE LEA HENKEL, Marie-Curie-Gymnasium, Hohen Neuendorf

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