Sie ziehen nicht Leine

Sophia war mit Raki bei der Rettungshunde-WM

Mittwochs ist der Hundeplatz in Stahnsdorf im südlichen Berliner Umland gut besucht. Mit dabei sind die Rettungshunde und ihre Begleiter. Unter ihnen die 26-jährige Sophia Zoike, eine Frau mit langen, braunen Haaren vom "Sportverein für Gebrauchshunde". "Der Dachverband, in dem ich bin, heißt Deutscher Verband der Gebrauchshundsportvereine, DVG. Dort habe ich den Sachkundenachweis für Basisarbeit, Rettungshunde und Hoopers gemacht. Damit kann man die Sportarten im Verein ausbilden." Etwa zehn Hund-Mensch-Teams trainieren. Zoikes Hund Raki ist sieben Jahre alt, ein Miniature American Shepherd. In der Hundeschule sah sie, wie die Leiterin ihren belgischen Schäferhund in der Obedience, Unterordnung, trainierte. "Mensch und Hund schienen im Gleichschritt über den Platz zu tanzen. Da wusste ich, das will ich auch." Zoike arbeitet als selbständige Hundefotografin und in einem Prop-Tech Unternehmen in Potsdam Babelsberg als Business Unit Leader.

Sie war mit Raki auf der Weltmeisterschaft der Rettungshunde, im September in den österreichischen Gemeinden Stubenberg und Eggendorf. "Aus jedem Mitgliedsverband der International Rescue Dog Organisation wurden nur die besten geschickt." In der Flächen- und der Trümmersuche durfte der DVG nur einen Starter schicken, in der Fährte waren es zwei. "Für die Hunde steigt die Aufregung in dem fremden Gebiet." Schon der Start mit einem zweistündigen Auftakt mit "Lautsprechern und Musik" ist herausfordernd. Es war windig, der Boden schlammig. Bei der Prüfung zur Flächensuche geht es darum, drei vermisste Personen zu finden. Im Durchschnitt schafft es ein Hund, eine Fläche von 30.000 Quadratmetern in 30 Minuten abzusuchen. Bei der Trümmersuche müssen drei Menschen in höchstens 20 Minuten befreit werden. Bei der Fährtensuche muss der Hund einer Spur folgen, die eine vermisste Person hinterließ. "Insgesamt sieht man eine Harmonie zwischen Mensch und Hund, eine unsichtbare Leine verbindet die Paare, der Hund gehorcht wie auf Zauberhand." 140 Teams aus 25 Nationen traten an. "Ich war so unfassbar gestresst und aufgeregt, dass Raki leider nicht die Leistung zeigen konnte, die wir hätten zeigen können. Hätte ich mich besser im Griff gehabt, wäre das eine tolle Sache geworden."


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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2024, Nr. 100, S. 26 - Salomé Hopfenmüller. Droste-Hülshoff-Gymnasium, Berlin

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