Wenn die Bühne zur Heimat wird

Die Schweizer Musikgruppe Fäaschtbänkler begeistert Millionen, quer durch die Bank, mit Techno und Volksmusik

 

Die Nebelmaschinen laufen auf Hochtouren, bunte Scheinwerfer erleuchten die Bühne. Und dann stehen sie da: Roman Pizio mit seinen vier Bandkollegen. Vor Tausenden von Zuschauern. "Ich bin sicher das größte Nervenbündel von uns allen", sagt der Musiker. Davon spürt das Publikum allerdings nichts.

 

Wer ein Konzert der Fäaschtbänkler besucht, erfährt ein Erlebnis voller Ausgelassenheit, Energie und einer Mischung aus zahlreichen Musikstilen. Die fünf Bandkollegen aus der Nordostschweiz haben sich durch das Musikstudium kennengelernt. Seit 2008 machen sie gemeinsam Musik, von Pop über Blasmusik bis hin zu Techno und Volksmusik.

 

"Es ist wichtig, dass es breit bleibt und für jeden etwas dabei ist", erklärt Pizio, der ein schlichtes, graues T-Shirt trägt. An der Wand seines Übungsraums hängen Fotos von Familie und Freunden. In seiner künstlerischen Rolle erlebt man den 37-Jährigen meist mit einem breitkrempigen Hut und Trompete. Die Fäaschtbänkler beherrschen allesamt mehrere Instrumente und wechseln während ihrer Shows zwischen diesen hin und her. Dabei sind Blasinstrumente ein zentrales Element.

 

Die Band spielt, spätestens seit der Veröffentlichung ihres Albums "Partyplanet" im Jahr 2018, nicht nur in ihrem Heimatland, sondern auch in Deutschland und Österreich: Mit Titeln wie "All in (Lieblingslieder)", "Can You English Please" oder "Partyplanet" begeistern sie fast zwei Millionen monatliche Hörer auf Spotify. Sie treten bei Festivals wie dem Nova Rock als auch im kleineren Rahmen auf. Pizio schätzt beide Seiten.

 

Wenn der Trompeter nicht gerade im Rampenlicht steht, verbringt er Zeit mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, mit denen er in Oberegg im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden lebt. Beruf und Familie trenne er, das tägliche Üben und Spielen sei jedoch nicht wegzudenken. "Musik findet immer statt in meinem Leben." Und das tat sie schon immer. Pizios Vater spielte Blasinstrumente und gab die Leidenschaft an seinen Sohn weiter. Der Vollblutmusiker absolvierte schließlich sein Bachelor-Studium im Hauptfach Trompete in Feldkirch und schloss 2012 das Master-Studium in Luzern ab.

 

Die Fäaschtbänkler pflegen auch den direkten Kontakt zu ihren Fans. Abseits der Konzerte finden Gespräche zwischen den Musikern und den Zuschauern statt, die teilweise aus großer Entfernung anreisen. Dieser Austausch sei wichtig für die Weiterentwicklung der Musikgruppe, da die Rückmeldungen neue Ideen mit sich bringen können. Für viele Fans ist das keineswegs selbstverständlich. "Ich weiß nicht, wieso wir uns als etwas Besseres sehen sollten. Es ist immer wieder schön, sich mit den Menschen zu unterhalten und zu hören, wie sie die Show fanden", sagt Pizio.

 

Die Fäaschtbänkler-Fans ziehen sich durch alle Altersgruppen, vermutlich eine Folge der verschiedenen Musikstile. Social Media spiele eine wichtige Rolle, Pizio ist verantwortlich für die verschiedenen Accounts der Gruppe. Auf Plattformen wie Tiktok oder Instagram postet das Quintett regelmäßig Videos und Beiträge. "Social Media hat einen enormen Einfluss auf unsere Reichweite."

 

Auch dieses Jahr sind die Fäaschtbänkler wieder unterwegs, oftmals mit mehreren Konzerten pro Woche. "Ich hoffe, dass ich weiterhin viel Freude an der Musik haben werde und dieses Projekt für uns so weitergeht", sagt Pizio. In der Musikbranche sei schließlich vieles sehr kurzlebig. "Ich bin offen für Neues, und das ist auch gut so."

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH vom 21.09.2026, Nr. 219, S. 26 - Laila Müller, Kantonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon

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