Ein schönes Paar Ski als Aufgabe fürs Team

 

Angefangen hat alles, als wir eine Anfrage eines anderen Unternehmens erhielten, ein Paar Ski mit einem neuen Dekor zu versehen -- da dachten wir uns: So schwer kann das nicht sein", sagt Axel Forelle, Geschäftsführer der Build2Ride GmbH. In Arbeitskleidung und schickem Bart steht er in der Werkstatt und erzählt mit ausgeprägtem bayrischem Akzent die Geschichte seiner Firma. "Am Ende war es doch nicht so einfach, und nun arbeiten wir seit mehr als zehn Jahren kontinuierlich an unserer Produktqualität und deren Verbesserung."

 

So hat sich nach und nach die Firma zu dem entwickelt, was sie jetzt ist: eine der größten Ski- und Snowboardmanufakturen im Alpenraum, die so viel Individualisierung wie möglich bei der eigenen Gestaltung der Stücke anbietet, sowohl was die Formen, als auch was die Dekorationen betrifft. Der Hauptsitz der Firma liegt in Farchant, einem kleinen Ort nördlich von Garmisch-Partenkirchen. Das Haus steht unscheinbar zwischen Wohnhäusern und anderen Gebäuden. Der Arbeitsplatz ist gemütlich eingerichtet, Werkbänke und Werkzeugschränke sind aufgestellt. Im hinteren Teil des Gebäudes ist ein geräumiges Lager zu finden, in dem eine Menge Holz und andere zum Ski- und Snowboardbau benötigte Materialien gelagert werden. Damit am Ende nicht nur ein schlichter Ski beziehungsweise ein einfaches Snowboard zum Vorschein kommen, muss das Ganze auch dekoriert werden. Dafür gibt es entweder eine Plastikschicht an der Oberfläche des Skis, in die verschiedene Motive gedruckt werden, oder unterschiedliche Hölzer, mit denen die Außenseite verkleidet wird.

 

"Man muss wirklich die Augen und Ohren offenhalten, um zu schauen, wo man sein Material letzten Endes herkriegt. Bei fünf bis sechs Tonnen Holz und drei bis vier Kilometer Belägen im Jahr wird die Ware dementsprechend auch eingekauft. Die meisten Bestandteile kriegen wir aber letztlich aus der Industrie. So funktioniert das Ganze schon seit mehr als zehn Jahren."

 

Neben zweitägigen Workshops, bei denen Kunden die selbstgestalteten Exemplare in Eigenarbeit und nach einer Anleitung bauen, werden auch sogenannte Teambuilding-Seminare angeboten, bei denen sich neu zusammengestellte Teams aus Firmen in ihrer Arbeits- und Kommunikationsweise kennenlernen können. Die Gruppe bekommt neben Geräten und Materialien, die Aufgabe, innerhalb von 24 Stunden ein komplett funktionsfähiges und ästhetisch schönes Paar Ski herzustellen. Dabei muss sich die Gruppe den Arbeitsprozess selbst zurechtlegen; es können Teams mit Teilaufgaben gebildet werden, alles ist erlaubt, was bei der Herstellung hilfreich sein kann. "Es gibt viele verschiedene Arbeitstypen, und alle müssen in einer Arbeitsgemeinschaft harmonieren, um eine gute Leistung zu erbringen. Es geht also nicht primär um den am Ende hergestellten Ski, sondern um den Zusammenhalt innerhalb des Teams und die Fähigkeit, Probleme strukturell zu behandeln", erklärt Forelle. So bietet das Unternehmen von April bis September verschiedene Möglichkeiten, sich kreativ beim Skibau auszuleben und die Erfahrung zu machen, auf selbstgebauten Ski die Piste hinunterzufahren.

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH - Leo Dürr

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