Man sieht viele Jogger, mehr als gewöhnlich, und in dem ein oder anderen Zimmer Sportler vor dem Laptop stehen und schwitzen. "Joggen ist nie schlecht für die Grundfitness", sagt Kilian Weiß, der seit vielen Jahren im Verein BC Offenburg Badminton spielt, berichtet aber auch, dass bei ihm durch das Ausbleiben des täglichen Trainings der Rhythmus verlorengeht. "Es ist schwerer, sich aufzuraffen, wenn man keine geregelten Trainingszeiten hat." Die Lösung des Studenten: Der 20-Jährige stellt sich kleinen Herausforderungen, zum Beispiel: am Tag 50 Liegestütze machen. "Man muss die Liegestütze ja nicht am Stück machen, sondern auf den Tag verteilt, um ein Ziel zu haben."
Christina Plötze, Tanzdozentin der Gymnastik-Tanz-Ausbildung für Sportstudenten an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, erzählt am Telefon, dass die Corona-Zeit für sie ein großer Kraftakt ist. Die Dozentin muss alles auf Online umstellen. Sie hat drei Kinder, die zurzeit nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Und ihre große Leidenschaft will sie nicht aufgeben: Im TV Herdern gründete sie vor 15 Jahren das Showteam Matrix, eine Tanz- und Akrobatikgruppe, die schon viele Auftritte hatte. Durch die spannenden Choreographien hat Matrix dreimal bei der "Gym for Life World Challenge" Gold in ihrer Kategorie geholt. Diese Challenge kann mit der Weltmeisterschaft verglichen werden, um aber Weltmeister zu sein, muss man auch gegen alle anderen Goldmedaillen-Träger in den anderen Kategorien, die es bei diesem Wettbewerb gibt, siegen.
"Uns fehlt nur noch der Titel Weltmeister", sagt die Choreographin. Diesen Titel will sich die Gruppe nächstes Jahr holen. Das Üben gestaltet sich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen schwierig, einmal die Woche macht Matrix ein Training über ein Videochat. "Anderes Training, als wir es gewohnt sind, aber besser als nichts." Das ersetzt natürlich nicht das drei- bis viermal die Woche stattfindende Hallentraining, vor allem bei den akrobatischen Teilen. "Ich glaube, es ist für das Team schön, sich wenigstens einmal die Woche zu sehen, wir blühen durch soziale Kontakte auf", sagt Christina Plötze. Nach dem Online-Training tauscht sich die Mannschaft aus, um zu erfahren, wie es allen geht. Trotzdem unterstützt die Choreographin die Ausgangsbeschränkungen: "Ich finde es schön, dass wir in Deutschland so gut auf die Krise reagiert haben." Auch wenn Auftritte abgesagt oder verschoben wurden.
"Beim Badminton wurde die Saison als beendet erklärt, und wer die Saison für sich entschieden hat, wird anhand der schon gespielten Spiele ermittelt", erzählt Kilian Weiß. "Man fasst zwar den Ball an, aber sonst hat man eigentlich keinen Kontakt miteinander." Deshalb ist er zuversichtlich, dass es für ihn bald mit dem Training weitergeht.