Da ist der Wurm drin

Insektenhundefutter soll das Klima schonen


Ein durchschnittlicher Hund frisst etwa dreimal so viel Fleisch wie ein Mensch. Ein hoher Fleischkonsum schadet dem Klima. Gleichzeitig nehme die Zahl der Hunde mit einem Verdacht auf Futtermittelunverträglichkeit zu, berichtet die Tierärztin Susan Kröger vom Institut für Tierernährung der FU Berlin. Viele Unternehmen reagieren darauf, auch die 2013 gegründete Food­forplanet GmbH & Co. KG aus dem unterfränkischen Kleinheubach, die unter der Marke Green Petfood vor allem veganes und vegetarisches Hundefutter vertreibt.  Nach Angaben des Brand-Marketing-Chefs Rafael Rybandt von Green Petfood hat Foodforplanet 2022 einen Umsatz im höheren einstelligen Millionenbereich er­wirtschaftet. 2023 sei der Umsatz weiter gestiegen. 

Man bietet auch Futter an, das mit Insekten hergestellt wird. In der Insektenaufzucht fallen wesentlich weniger Treibhausgase an als bei der Herstellung von Rindfleisch. Es entsteht viel weniger Ammoniak durch Ausscheidungen, und der Wasser- und Flächenverbrauch ist um einiges geringer. 

Nach einer EU-Verordnung sind die Soldatenfliege, die Stubenfliege, der Mehlkäfer oder Mehlwurm, der Getreideschimmelkäfer, das Heimchen, die Kurzflügelgrille und die Steppengrille als Futtermittel zugelassen. Green Petfood verwendet Mehlwurmlarven und Larven der Sol­datenfliege, die das Unternehmen von kleinen Zuchtfarmen aus Europa bezieht. Diese Insekten werden von den Hunden am besten angenommen und vertragen, erklärt Rybandt.  „Sicherlich ist der Geschmack nach Fleisch nicht essenziell für die Schmackhaftigkeit des Futters“, ist er überzeugt.

 Den Marktanteil von Insektenfutter am deutschen Hundefuttermarkt schätzt Rybandt  auf 3 bis 4 Prozent. Foodforplanet sieht sich als Marktführer in diesem Bereich. Wichtige Konkurrenten des Unternehmens sind Fressnapf mit einer Eigenmarke, Ofrieda, Greenwoods, Tenetrio und Futterzeit. Wegen seiner guten Verträglichkeit wird das Insektenfuttermittel laut Rybandt hauptsächlich für Hunde mit Allergien gekauft.  Zunehmend spiele auch die Verringerung des CO2-Fußabdrucks für die Kunden eine Rolle. 

 Rund 70 Prozent des Umsatzes erziele man  online, im eigenen Shop und über  Internethändler wie Amazon und Zooplus. Das Trockenfutter werde in 33 Ländern vertrieben, besonders in Asien, etwa in Südkorea, Malaysia und Thailand. Dort seien die Vorbehalte gegenüber Insekten als Nahrungsmittel geringer.

Das Unternehmen verkauft   fünf Insektenprodukte. Bestseller ist das Trockenfutter „InsectDog Adult Hypoallergen“ für rund 6 Euro je Kilogramm. Die Stiftung Warentest hat es im Juli mit „gut“ bewertet; vier Produkte schnitten besser ab, fünf schlechter. „InsectDog Adult Hypoallergen“ enthalte alle nötigen Nährstoffe in den richtigen Mengen, befanden die Tester. Bemängelt wurde die  Bezeichnung hypoal­lergen: „Ein Hund kann auch auf eine seltene Proteinquelle wie Insekten im Laufe seines Lebens allergisch reagieren.“

Der Anteil der insektenbasierten Zutaten  im Futter beträgt 10 Prozent. Andere Zutaten sind Kartoffeln, Erbsenmehl, Rüben, Öle und Fette. Insektenprotein schmecke Hunden nur in geringen Mengen, sagt Rybandt.  

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2024, Nr. 3, S. 18 - Eva Engbers, Wittelsbacher-Gymnasium, München

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