Das hält alle in Atem

Warum Em-eukal-Bonbons eine Fahne haben


Viele, die sich einen Husten eingefangen haben, kennen das „Bonbon mit der Fahne“. Die Em-eukal-Bonbons kann man in Apotheken, Super- und Drogeriemärkten kaufen. Hergestellt werden sie von der Dr. C. Soldan GmbH, die Hustenbonbons in fünfzig Geschmacksrichtungen anbietet. Laut dem geschäftsführenden Gesellschafter Perry Soldan produziert das Unternehmen 88 Produkte. Im vergangenen Jahr betrug die Gesamtproduktionsmenge  rund 6000 Tonnen. Man beschäftigt 250 Mitarbeiter.

Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen laut Soldan „die Blauen“ und „die Gelben“, also Wick und die Schweizer Marke Ricola. Auch Katjes ist ein Konkurrent. Nach eigenen Angaben ist man mit einem Marktanteil von 30 Prozent Marktführer auf dem deutschen Hustenbonbon- und Gummidrop-Markt.

 Das im oberfränkischen Adelsdorf angesiedelte Unternehmen wird in der vierten Generation von Perry Soldan und Karl-Heinz Hödl geführt. Der Urgroßvater von Perry Soldan hat es 1899 gegründet. 1923 wurde die Rezeptur der Em-eukal-Bonbons entwickelt; sie enthalten  Menthol und Eukalyptus. Geworben wird für sie mit  „Nur echt mit der Fahne“. Früher erfüllte die Fahne, die es seit 1934 gibt, einen wichtigen Zweck. Sie ermöglichte Bergleuten im Ruhrgebiet, die an einer Staublunge oder Bronchialbeschwerden litten, ein hygienisches Auspacken der Bonbons auch mit schmutzigen Händen.

Die Bonbons tragen zu einem besseren Abtransport der Bakterien bei. „Wir haben nicht den Anspruch zu heilen, aber wir unterstützen und helfen bei der Linderung“, sagt Soldan. Zu den Hauptzutaten hätten schon immer natürliche Bestandteile, also keine künstlichen Farben oder Aromen, gehört, und außerdem Extrakte und ätherische Öle. Die Rohstoffe werden, wenn möglich, aus der Region bezogen; beispielsweise arbeitet das Unternehmen mit dem Tee- und Extrakthersteller Martin Bauer zusammen.  Aus Gründen der Nachhaltigkeit nutzt man zum Einwickeln der Bonbons gewachste Papierwickler.

Zu Beginn der  Corona-Pandemie sei das Geschäft um rund 30 Prozent geschrumpft. „Weil es keine Grippewellen mehr gab“, erklärt Soldan. Nach den Lockdowns war die Immunabwehr jedoch geschwächt, und es kam zu einer starken Grippe- und Erkältungswelle. „Wir sind aktuell über dem Niveau von vor Corona“, sagt Soldan. Das Unternehmen habe vor der Pandemie im Geschäftsjahr 2019/2020 etwa 81,2 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Derzeit liege der Erlös rund 20 Prozent höher.  „75 Prozent des Umsatzes wird mit den Em-eukal-Bonbons erwirtschaftet.“ Eine 75-Gramm-Packung kostet etwa 1,70 Euro. Man arbeite an neuen Rezepturen, berichtet Soldan. 

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2024, Nr. 102, S. 18 - Luca Groh, Ehrenbürg-Gymnasium, Forchheim

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