Swobbee bietet Ladestationen für Lieferdienste an
Für Lieferdienste, die sich oft mit batteriebetriebenen Kleinfahrzeugen bewegen, stellen teure Batterien ein Problem dar. Wie kann man Gewerbetreibenden in den Branchen Logistik, Delivery und Sharing den Umstieg auf Elektrokleinfahrzeuge erleichtern? Die 2020 gegründete Swobbee GmbH aus Berlin, die 46 Mitarbeiter beschäftigt, biete die „weltweit erste herstellerübergreifende Batteriewechselstation mit multimodalem Ansatz für alle Arten von Elektroleichtfahrzeugen an“, sagt der Geschäftsführer Thomas Duscha. Man hat acht Batterietypen im Sortiment.
Die Kundschaft reiche „von Einzelpersonen mit nur einem einzigen Elektrokleinfahrzeug bis hin zu großen Unternehmen mit einer Flotte von über 10.000 Fahrzeugen“. So nutzen das Akkusystem Fahrzeugverleiher wie Voi, Tier und Bolt sowie Paketzusteller wie Hermes und DPD. „Durch die in unmittelbarer Nähe zu unserer Verleihstation platzierten Swobbee-Stationen können die Tauschbatterien unserer E-Scooter mit deutlich weniger Energie- und Arbeitsaufwand gewechselt werden“, teilt Stephan Boelte mit, Regional General Manager bei Voi.
Es existieren nichtöffentliche Ladestationen, die den Firmenkunden exklusiv zur Verfügung stehen. Und es gibt öffentliche Stationen für alle Gewerbetreibenden. Die Ladestationen, eine Art Schrank, besitzen Fächer, in denen sich die verschiedenen Akkutypen befinden. Beschädigte Akkus würden dank der „intelligenten Monitoring-Software sofort erkannt und aus dem System entfernt“, erklärt Duscha. Zugang zu den Akkus erhält man durch eine RFID-Karte über das Display oder über die Swobbee-App. Mit der App kann man auch nahe gelegene Stationen suchen.
Die Preise liegen bei etwa 10 Euro monatlich für kleinere Akkus und 60 Euro für größere Akkus. „Abgerechnet wird über die monatliche Miete pro Akku, welche eine unbegrenzte Anzahl an Tauschvorgängen im Monat ermöglicht“, sagt Duscha. Nach Angaben des Unternehmens werden an einem Tag 20 bis 80 Akkus je Ladestation gewechselt. „Aktuell haben wir mehr als 2000 Mietakkus im Feld. Darüber hinaus verwalten wir mehr als 20.000 Kundenakkus über unsere Batterieladestationen.“
Auch Privatpersonen können profitieren, etwa in Berlin von einem Moped-Mietabo. Zurzeit wird ein Angebot getestet, bei dem Gewerbetreibende einen Elektroroller inklusive Akku ab 149 Euro im Monat mieten können. „Für Unternehmen wie Lieferdienste ist das sehr attraktiv, da sie keine hohen Anschaffungskosten haben und kein Lademanagement betreiben müssen“, erklärt Duscha.
In New York City bietet Swobbee seit März Ladeinfrastruktur und Batterien für Lieferdienste an. Zudem wird in einem sechsmonatigen Pilotprojekt, an dem Swobbee mit anderen Unternehmen teilnimmt, anhand von fünf Stationen ein öffentliches Batterieladesystem von 100 Fahrern getestet. Es werden Lithium-Eisenphosphat-Batterien verwendet, die deutlich zur Sicherheit vor Bränden beitragen.
Für E-Scooter-Batterien bedient Swobbee rund 70 Prozent des europäischen Markts. Nach eigenen Angaben erzielte man im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro. Derzeit betreibe man rund 90 Stationen in Europa, davon 30 öffentliche Stationen in Berlin. „Daneben gibt es Swobbee-Stationen in Hamburg, Hannover, Magdeburg, Bochum, Frankfurt, Stuttgart, Freiburg und München.“ Im Vergleich zu 2022 sind 50 Stationen hinzugekommen. Außerdem wächst die Zahl der Standorte im Ausland, beispielsweise in Polen, Österreich, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Griechenland, Indonesien und bald auch Indien.