Der Cashewapfel ist eine vielseitige Frucht, die oft im Schatten ihres berühmten Nusskerns steht. Sie zeichnet sich durch ihre ungewöhnliche Form und leuchtend gelbe bis rote Farbe aus. Neben seinem kulinarischen Wert wird der Cashewapfel auch für seine gesundheitlichen Vorteile geschätzt, da er reich an Vitamin C, Antioxidantien und anderen wichtigen Nährstoffen ist. Aufgrund schlechter Lagereigenschaften muss die Frucht schnell und direkt am Ernteort verarbeitet werden, weshalb man sie nicht direkt in Deutschland kaufen kann.
Die Akoua GmbH aus Ratingen vermarktet die Cashewfrucht in Deutschland – man verarbeitet sie zu Getränken. Gegründet hat das Unternehmen sein Geschäftsführer Simon Debade. Der Fruchtsaft und die Limonade werden in Benin hergestellt, dem Heimatland von Debade. Er kam 2005 nach Deutschland, um Informatik zu studieren; später arbeitete er als Softwaretest-Manager.
Für ein Kilogramm Cashewkerne braucht man zehn Kilogramm Cashewäpfel. Allein in Benin landen jedes Jahr zwei Millionen Tonnen Cashewfrüchte auf dem Müll. Indem Akoua die Frucht verwendet, sinkt die Lebensmittelverschwendung. Außerdem schaffe man Arbeitsplätze und verbessere die Lebensgrundlagen in Benin.
2021 und Anfang 2022 startete Akoua Crowdfunding-Kampagnen auf Startnext. „Die Investoren haben Interesse gezeigt und dann unseren Cashew-Fruchtsaft vorbestellt. Mit diesem Geld haben wir unsere erste Charge in Benin produziert und dann nach Deutschland gebracht“, erzählt Debade. Der Durchbruch kam nach der Teilnahme an der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ auf VOX. Die Folge wurde im August 2023 ausgestrahlt.
In Ratingen arbeitet Debade mit seiner Ehefrau Silke Debade. In Benin ist die Produktionsleiterin Thérèse Orou-Ali mit 1500 Menschen in der Getränkeproduktion tätig. Die Fruchtsäfte und Limonaden werden im Internetshop von Akoua verkauft und außerdem in zwei Edekas in Düsseldorf. Akoua sei das einzige Unternehmen in Deutschland, das die Cashew-Fruchtsäfte herstelle. Zwölf Viertelliterflaschen des Fruchtsafts kosten rund 34 Euro. Ein Zwölferpack mit jeweils 0,33 Liter Limonade kostet rund 30 Euro. „Wir haben Anfragen aus Österreich, Luxemburg und der Schweiz bekommen und sind für dieses Jahr in der Planung unseres internationalen Verkaufs“, berichtet Debade.
„Am Start hatten wir nicht so eine große Menge produziert, weil wir testen wollten, wie das Produkt bei den Kunden ankommt. Diese Menge ist komplett ausverkauft seit Ende 2023. Darübe haben wir 50.000 Euro Umsatz gemacht“, sagt Debade. Man plant, den Umsatz zu steigern – und sucht Investoren, um die Fabrik in Benin zu vergrößern.