Es geht auf eine Kuhhaut

Viecher putzen sich mit Bürsten von Schurr

Viele Kühe werden mit Geräten der Schurr Gerätebau GmbH geputzt. Das  Unternehmen aus Uttenweiler im Landkreis Biberach, das    22 Mitarbeiter beschäftigt, haben Marianne und Hubert Schurr 1992 gegründet. Es ist auf Landwirtschaft spezialisiert und  auf Schutzrohrsanierungen an Hydraulikaufzügen. Mittlerweile ist  Sohn Philipp mit in den Betrieb eingestiegen. 

Angeregt durch einen Landwirt aus der Region, erkannte man die Bedeutung von Kratzmöglichkeiten für Kühe, vor allem in Milchviehställen. Das Bürstensystem nutzt das Bedürfnis der Tiere, sich zu putzen, kratzen und  scheuern. Die Säuberung verringert Hautirritationen und entfernt Parasiten. Die Durchblutung  wird durch den Kontakt mit den Borsten angeregt, die Milchproduktion gefördert. Das Wohlbefinden der Tiere verbessere sich stark, und die Bauern profitierten ebenfalls, sagt Philipp Schurr.

Die Bürsten wurden weiterentwickelt und können nun auch für andere Tierarten verwendet werden, zum Beispiel für Ziegen und Schweine. Pferde könnten bald hinzukommen. Die Bürste wird an der Wand montiert oder an einem Balken. Das „2-Bürstensystem“ können die Tiere bis zu 25 Zentimeter nach oben drücken. Wenn sich das Tier vom Gerät entfernt, schaltet sich dieses automatisch aus. Die Bürsten hätten eine lange Nutzungsdauer und könnten repariert werden, heißt es.

Schurr exportiert in 65 bis 70 Länder. Besonders stolz ist man darauf, nach Dubai, in die Karibik und nach Indien zu liefern. „Für uns ist es eine positive Rückmeldung, dass unser Produkt auch in Indien nachgefragt wird, da die Kuh in Indien als heilig gilt“, sagt Schurr.

Die „Kuhbürste Typ D22 2-Bürstensystem“ kostet 2850 Euro. Es gibt sie auch mit PV-Anlage für den Weidebetrieb, dann beträgt der Preis 5700 Euro. Das Unternehmen vertreibt zudem Klauenpflegestände für 3490 und 3750 Euro.  Jährlich verkaufe man rund 2000 bis 2500 Produkte.  Man habe sieben bis zehn Konkurrenten; im Bereich des 2-Bürstensystems besetze man den Spitzenplatz, ohne nennenswerte Wettbewerber, sagt Schurr. Das Unternehmen bekommt Bestandteile seiner Produkte aus Deutschland, Österreich und Italien zugeliefert, zum Beispiel die Motoren und die Bürsten.

  

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2024, Nr. 129, S. 21 - Vanessa Ebe, Kreisgymnasium Riedlingen

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