Fairer Lastenausgleich

Auf das Transportrad Veload passen auch Särge


Umweltfreundlich Personen oder große, sperrige Gegenstände durch die Stadt zu transportieren – das ermöglicht die in Kassel gegründete Veload Berger und Wehfritz GbR. Das Start-up stellt Lastenräder her. Fabian Berger und Alex Wehfritz, die Gründer und Eigentümer, wollten aus Umweltgründen auf das Auto verzichten, aber nicht auf dessen Vorzüge. Mit  Freunden aus ihrem Studierenden- und Aktivistenumfeld bauten sie ein Transportrad. Überzeugt von dem Ergebnis, entschieden sie, das Rad nicht nur für den eigenen Bedarf zu bauen – sie bewarben sich für das Hessen Ideen Stipendium, das sie 2020 sechs Monate lang erhielten. In einer kleinen, gemieteten Scheune entstand Anfang 2021 der erste Prototyp des Veload-Transportrads.

Inzwischen arbeiten acht Personen für das Unternehmen. Man betrachtet sich als Kollektivunternehmen. „Das bedeutet, allen, die im Unternehmen arbeiten, soll das Unternehmen auch gehören, und sie sollen über das Unternehmen entscheiden“, erklärt Wehfritz. Man möchte außerdem Teil der Verkehrswende sein und gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft arbeiten.

Neben dem Veload produziert das Team Fahrradanhänger und arbeitet an Erweiterungen des Lastenrads. So soll es den Kunden zukünftig möglich sein, ein regenfestes Case, ein Solardach, zusätzliche Ladeflächen oder weitere Sitze zu erwerben. Der kurioseste Auftrag war bisher ein Lastenrad mit Aufbau für den Bestatter Jürgen Dahlfeld aus Kassel. Dahlfeld fährt Verstorbene mit dem Rad zur Beerdigung.

Das Veload sei bisher das einzige Lastenrad mit dieser Bauform, hohen Zuladungsmöglichkeiten und zwei Sitzen, die den Vordersitzen eines Autos ähneln. Die Ladefläche ist zwei Meter lang und 1,25 Meter breit. Das Veload kann 400 Kilogramm Last tragen, wobei das Ladegut 200 Kilogramm ausmachen kann. So kann man etwa eine Europalette befördern.  Das Rad hat einen Elektromotor von Heinzmann mit 60 Kilometer Reichweite. Andere Lastenräder können auch 200 Kilogramm Ladegut transportieren, zum Beispiel Räder von Citkar, Tricargo, Mubea und Bayk. Doch gibt es keines mit zwei nebeneinander platzierten Sitzen. 

Ein Veload kann ab rund 14.000 Euro erworben werden. Derzeit verkauft man eines im Monat, rund ein Dutzend hat man bisher abgesetzt.   Kunden sind Handwerker, der Einzelhandel und Organisationen, die das Veload als Sharing-Fahrzeug einsetzen.

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2023, Nr. 255, S. 18 - Lorenzo Massimo Plattner Friedrich-List-Schule, Kassel

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