Gottschall ermöglicht Handwerkern große Projekte
Das Handwerk hat Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Das galt auch für die Zimmerei Gottschall aus dem pfälzischen Thaleischweiler-Fröschen. Deshalb gründete Jürgen Gottschall aus seinem Betrieb heraus die Cltech GmbH & Co. KG mit Sitz in Kaiserslautern. Sie produziert mit „weltweit modernsten Produktionsanlagen“, wie Gottschall sagt, aus Brettsperrholz millimetergenau zugeschnittene Massivholz-Fertigbauteile für Häuser und Gewerbeimmobilien. Diese können auf der Baustelle mit deutlich geringerem Zeitaufwand und weniger Personal verwendet werden.
Bei den Maschinen handelt es sich „um einen voll automatischen Roboter, der auf Schienen über die Bauteile fährt und diese mit jeglichen Schnitten, Fräsungen, Bohrungen und Ausnehmungen bearbeitet“, erklärt Gottschall. Alles werde dreidimensional geplant und an den Roboter übergeben, der dann völlig autark fertige.
Laut Betriebsleiter Tobias Frank kauft in einem Radius von rund 200 Kilometern nahezu jede Zimmerei über den Großhandel bei Cltech ein. Die Handwerker könnten nun größere Projekte verwirklichen, etwa den Bau von Unternehmenssitzen, Ärztezentren und Parkhäusern. Der größte Kunde ist aber die Zimmerei Gottschall. „Den hohen Vorfertigungsgrad für Holz und Holzbauteile jeglicher Art, den kann mir sonst niemand liefern“, sagt der Inhaber. Cltech liefere der Zimmerei vor allem Wände, Decken und Dächer.
Cltech beschäftigt 65 Mitarbeiter. Derzeit ist der Fachkräftemangel für den Betrieb kein zu großes Problem. Jedoch wird eine neue Produktionsstätte gebaut, für die mindestens 30 weitere Mitarbeiter gebraucht werden. Im Unternehmen selbst wird der duale Studiengang Bauingenieurwesen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Kaiserslautern angeboten. Außerdem werden Zimmerer ausgebildet und Weiterbildungen in Maschinentechnik organisiert. Man kooperiert auch mit der TU Kaiserslautern-Landau und fertigt beispielsweise Komponenten für den Holzbaucampus Diemerstein.
„In der neuen Produktionsstätte werden Maschinen zum Einsatz kommen, die etwas können, was derzeit in Europa keiner kann“, sagt Gottschall. Mit ihnen werde es möglich sein, Teile in der Produktion auszusparen, erklärt Frank. „Alle auf dieser Welt produzieren rechteckige Platten, schneiden dann zum Beispiel das Fenster raus und schmeißen es weg. Unsere Maschine kann feststellen, wo ein Fenster sein soll und macht dort keine Bretter rein.“ So würden Holz und Leim gespart. Durch die Erweiterung, in die man 44 Millionen Euro investiert hat, soll sich der Umsatz verdoppeln. Im Jahr 2023 lag er laut Frank zwischen 10 und 11 Millionen Euro. 2025 werde es voraussichtlich einen Sprung auf 22 Millionen Euro geben.
„Wir heizen mit den Spänen aus unserer eigenen Produktion“, berichtet Frank weiter. „Wir emittieren gar nichts, weil wir im Herstellungsprozess weder ein Produkt erwärmen noch verbrennen oder Ähnliches.“ Und aus Spänen, die nicht zum Heizen genutzt werden, werden Pellets hergestellt. Das Holz stammt aus der Pfalz, Österreich und Skandinavien. „In skandinavischen Ländern wächst das Holz viel langsamer als bei uns. Dies erhöht die Qualität der Hölzer.“ Die Oberfläche sei schöner.
10 bis 12 Prozent der Produkte werden ins europäische Ausland exportiert. Neben Dachdeckereien, Zimmereien und Architekturbüros kaufen Generalunternehmer bei Cltech. Sie kümmern sich um die Weiterverarbeitung des Holzes zum Beispiel für große Fast-Food-Ketten wie McDonald’s, Burger King und KFC. „Einmal im Jahr haben wir ein Malle-Projekt. Da liefern wir außerhalb der Saison den Bausatz für eine Villa nach Mallorca“, ergänzt Frank.