Brüning profitiert von gesundem Essverhalten
Nüsse gehören zu den beliebtesten Snacks der Deutschen, denn sie sind gesund. Die Schalenfrüchte enthalten ungesättigte Fettsäuren, Eiweiße und Spurenelemente. „Mit fünf Walnüssen und fünf Mandeln deckt man den täglichen Bedarf gut ab“, sagt Frank Rump, neben Marc Brüning Geschäftsführer der Heinrich Brüning GmbH in Hamburg und für das Nussgeschäft des Unternehmens verantwortlich.
Brüning mit Sitz auf der Veddel ist ein 1954 gegründetes Familienunternehmen und heute Teil der niederländischen Cefetra Group. Nach eigenen Angaben ist man mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro und 20 Prozent Marktanteil in Deutschland einer der großen Importeure und Händler für Trockenfrüchte und Nusskerne in Deutschland. Brüning beschäftigt rund 100 Mitarbeiter.
Das Unternehmen teilt sich in zwei Geschäftsbereiche: „In unserem Handels- und Industriegeschäft liefern wir die Rohware als Großgebinde direkt an die Lebensmittelproduzenten, und im Bereich Lebensmitteleinzelhandel packen wir die Ware für unsere Kunden in produktionseigenen Maschinen“, erklärt Rump. 2007 wurde die Suntree GmbH als eigenständiges Tochterunternehmen gegründet, das sich ausschließlich auf den Import von Bioprodukten konzentriert. „Im Gegensatz zu Eigenmarken wie Seeberger sind wir ein Private Label, das heißt eine Handelsmarke. Wir stellen Produkte eigens für Händler her, die dann einen Handelsnamen bekommen. Deswegen sind wir stark im Retail tätig“, erklärt Rump.
Die Nüsse und Trockenfrüchte werden aus verschiedenen Ländern importiert, Walnüsse beispielsweise aus Kalifornien, Cashewkerne aus Brasilien, Mandeln aus Australien, Papaya aus Thailand und Bananenchips von den Philippinen. Die Ware wird für die großen Einzelhändler verpackt und dabei weder erhitzt noch gesalzen. „Die Nussmischungen von Aldi, Rewe, Edeka und Lidl kommen hier von der Veddel, mitten aus dem Hamburger Hafen.“ Man exportiert auch ins europäische Ausland, vor allem in die Niederlande, nach Frankreich und Spanien. „Unsere Exportquote liegt bei ungefähr 35 Prozent“, sagt Rump. Daneben bedient Brüning das Industriegeschäft: „Wir liefern die Rohware zur Weiterverarbeitung direkt an Firmen wie Dr. Oetker oder Stollwerk.“ Das mache rund 25 Prozent des Geschäfts aus.
Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung verbraucht jeder Bundesbürger 5,3 Kilogramm Nüsse im Jahr. Wegen der Verunsicherung durch den Ukrainekrieg und den Gasschock sei der Umsatz 2022 leicht gesunken, berichtet Rump. „So gesund Nüsse auch sind, wenn die Abschlussrechnungen kommen, sparen die Leute und kaufen primär Grundnahrungsmittel.“ Nun sinkt die Inflation, und der Verbrauch steigt wieder.
„Derzeit findet eine Konzentrationswirkung in der ganzen Industrie statt“, berichtet Rump. Der Markt werde sich teilen in große Volumenhersteller und Nischenunternehmen. „Wir befinden uns in einem dynamischen Umfeld, daher ist es unser intrinsischer Antrieb, mehr Volumen zu machen.“ Nur so gelinge der Sprung an die Spitze. Nach eigenen Angaben gehört das Unternehmen mit einem Handelsvolumen von rund 35.000 Tonnen Nüssen und Trockenfrüchten zu den Top 5 im Nussgeschäft in Deutschland. Ziel sei, in die Top 3 im europäischen Umfeld aufzusteigen.
Für die Kunden spielten Nachhaltigkeit und Verpackung eine wichtige Rolle. Weil Fette von Nüssen und Trockenfrüchten durch Papier diffundieren, kann auf Plastik, das biologisch abbaubar ist, nicht verzichtet werden. Man entwickelt im Austausch mit Folienherstellern neue Verpackungen wie wiederverschließbare Doy-Packs und konnte damit nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren rund 30 Prozent Kosten sparen.