Vergieß mein nicht

Wie Gussteile sparsam hergestellt werden


Die Magma Gießereitechnologie GmbH aus Aachen ist nach Angaben ihres Geschäftsführers Marc Schneider seit ihrer Gründung im Jahr 1988 Weltmarktführer und Pionier für Gießprozess-Simulationssoftware. Die Software ermögliche es, umfassende Prozessabläufe bei der Herstellung von Gussteilen und die daraus resultierenden Eigenschaften vorherzusagen, zu optimieren und am Bildschirm zu präsentieren. Mithilfe von Magmasoft würden Ausschüsse und Nacharbeiten von Gussteilen reduziert. Die Software trage zu einer signifikanten Verringerung des Energieverbrauchs, der Zykluszeiten und der Materialkosten bei. Je Gussteil soll eine Steigerung der Energie- und Kosteneinsparungen um 40 Prozent möglich sein, gibt Magma an.

Magma sei auch Preisführer, sagt Schneider. Das Basispaket kostet 52.000 Euro, ein typisches Paket für eine durchschnittliche Gießerei zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Neben Gießereien gehören die meisten Automobilunternehmen der Welt zu den Kunden. Das Programm sei leicht zu bedienen, sagt Schneider. Die Algorithmen seien sehr effizient und ermöglichten für Simulationen „die schnellsten Antwortzeiten“. Diese Simulationen könnten bei großen, komplexen Gussteilen einen Hochleistungscomputer einige Stunden oder die ganze Nacht beschäftigen.

Kontakte pflege man auch mit anderen Zulieferern der Gießereiindus­trie, die ebenfalls global aktiv seien; gemeinsam mit ihnen unterstütze man Kunden. Ein Kunde ist Fémalk Zrt. aus Ungarn. Das Unternehmen stellt Aluminium-Druckgussteile mithilfe von Magmasoft her, die von Autoherstellern wie Mercedes-Benz, Porsche, Volkswagen, Ferrari und Bentley in den Federbeintöpfen der Autos eingebaut werden. Insgesamt werde Magma von dreißig Partnern unterstützt, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens.

Tatsächliche Konkurrenten auf dem globalen Markt seien nur zwei bis drei Unternehmen aus Japan und China, sagt Schneider. Aus den USA stammten kleinere Programme, die jedoch nur lokal verkauft würden. Auf der ganzen Welt entwickelten etwa 15 Unternehmen ähnliche Programme, nur wenige seien global tätig.

Magma beschäftigt international mehr als 240 Mitarbeiter und unterhält Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten, Brasilien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Indien, Singapur, China und Südkorea. Das Unternehmen sei über die ganze Zeit stetig gewachsen, sagt Schneider. Der Jahresumsatz liege inzwischen im unteren achtstelligen Bereich. Im laufenden Jahr wolle man in Mexiko einen eigenen Betrieb beginnen und weiter in asiatische Länder wie Thailand und Vietnam expandieren. 

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2024, Nr. 27, S. 21 - Melvin Theoden, Dolan Inda-Gymnasium, Aachen

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