Dem Bier wird ganz glasig zumute

Rastal produziert Spezialgläser für Bitburger und Co.

Gegründet 1919  im Westerwald, sei die Rastal GmbH & Co. KG aus Höhr-Grenzhausen ein führendes Unternehmen der Glasveredelung, sagt  Maximilian Sahm, Geschäftsführer in vierter Generation. „Rastal“ setzt sich aus „Rastertechnik“ und „Kristall“ zusammen. Das Familienunternehmen ist vor allem für seine individuell gestalteten Exklusivgläser bekannt, die seit 1964 eng mit der Markenidentität vieler Kunden wie Bitburger, Veltins und Havana Club verknüpft werden. 


„Die Rastertechnik beschreibt ein Druckverfahren, bei dem Motive aus einer Vielzahl von nahezu unsichtbaren Punkten zusammengesetzt werden, die ein Gesamtbild ergeben“, erläutert Marketingleiter Dennis Pyanka. Rastal stellt jährlich mehr als 120 Millionen dekorierte Trinkgläser her. „Es ist eine sechsstellige Zahl, die wir jährlich bestellen“, berichtet Ulrich Biene, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Brauerei Veltins. „Insgesamt haben wir rund 18 Millionen Gläser bestellt, die in die Gastronomie gegangen sind.“ Die Bestellmenge sinke aber, weil das Fassbiervolumen, das in die Gastronomie gehe, zunehmend weniger werde.


Ein Meilenstein war 1964 das Markenexklusivglas; erstmals wurde eine Glasform speziell für eine Marke angepasst – für die Brauerei Bitburger. Der „Bitburger-Pokal“ sei eine Ikone. „Das Exklusivglaskonzept war eine absolute Disruption im Markt und ist heute noch ein zentraler Bestandteil unseres Geschäfts“, betont Sahm.


Das Markenglas sei der „längste Arm, den eine Biermarke haben kann, zum Gast, zum trinkenden Bierfreund, der im Grunde das Glas in den Händen immer wieder gleich fühlt und gleich sieht“, erklärt Biene von Veltins. Wichtig sei neben dem Markenaufdruck die individuelle Form. Sahm sagt: „Die Glasformen sind so untrennbar mit dem Getränk verbunden, dass sie eigentlich immer wie ein Pärchen sind. Ein undekoriertes Bitburger-Glas erkennt man sofort an der ikonischen Form.“


Die Preisspanne variiert je nach Kunde und Menge und beginnt bei 1,79 Euro für Normalkunden im Onlineshop und reicht bis 54,99 Euro. Für Konzernkunden und bei größeren Bestellungen ist der Preis individuell. Rastal legt Wert auf technischen Fortschritt. Man hebt das „Smartglass“ hervor, ein Trinkglas, das mit NFC-Technologie ausgestattet ist. So können Kunden Angebote von Gastronomen wie Gewinnspiele, Rabatte oder Freibieraktionen über ihr Smartphone vom Glas abrufen. So richtig im Markt angekommen sei das Smartglass aber noch nicht, sagt Biene von Veltins.


In Zusammenarbeit mit der Doemens Akademie, einem Ausbildungsinstitut für die Brau-, Getränke- und Lebensmittelindustrie, hat Rastal gezeigt, dass bestimmte Glasformen wie solche mit sich nach oben verengenden Öffnungen die Aromen eines Getränks besser bündeln und zur Geltung bringen können. Ergänzend hat das Unternehmen innenliegende Reliefdesigns entwickelt, wie sie in der Serie „Harmony Lines“ zu finden sind. Sie greifen Gestaltungselemente der Zwanzigerjahre auf und seien besonders in der Gastronomie geschätzt, sagt Sahm.


Rastal produziert in Deutschland, Italien und Polen. Man liefert in gut 130 Länder, der Exportanteil ist höher als   60 Prozent, wie Sahm berichtet. Die EU, Brasilien und Australien gehörten zu den wichtigsten Märkten.     In den vergangenen Jahren habe man rund 360 Mitarbeiter  beschäftigt. Der Jahresumsatz liege um einiges  über 60 Millionen Euro. Künftig will man zunehmend  digitale Elemente in Glasprodukte integrieren, etwa  intelligente QR-Codes. 

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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 08. Mai 2025, Nr. 106, S. 18 - Paul Sommerlad, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, Gießen

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