Damals wurde ACE gegründet, weil die Gründer nach einer Party wissen wollten, ob sie noch fahrtüchtig sind“, erzählt Bernard John, Geschäftsführer der ACE Handels- und Entwicklungs GmbH in Freilassing. Vor rund 20 Jahren habe es kaum verlässliche Alkoholtester für den privaten Gebrauch gegeben. In diesem Bereich ist ACE nach eigenen Angaben im deutschsprachigen Raum Marktführer. ACE steht für „Alco Control Europe“.
Man verkaufe jährlich Stückzahlen im mittleren fünfstelligen Bereich. Mit Blick auf den Marktanteil sagt John, im seriösen Segment, also jenseits der „Partyschrottgeräte“, liege ACE vorn. Die Messgenauigkeit werde laufend überprüft, unter anderem durch die TU Wien. „Unsere Geräte kratzen dabei regelmäßig an der 100-prozentigen Übereinstimmung mit dem Polizeitester.“
Eine hohe Messgenauigkeit erzielen Alkoholtester durch elektrochemische Sensoren. Diese reagieren bei Kontakt mit Ethanol mit einer chemischen Reaktion. „Günstige Partytester nutzen hingegen meist Halbleitersensoren, die auf viele Substanzen reagieren. Sie messen den veränderten Widerstand eines Halbleiters in Anwesenheit von Alkohol, das ist einfacher, aber deutlich störanfälliger und ungenauer“, erklärt John. Noch bietet ACE auch einige dieser Tester an. Den Kern des Angebots bilden die eigenen Produkte, die man unter der Eigenmarke ACE vertreibt. Zusätzlich führe man auch Modelle anderer Hersteller wie Dräger und Envitec.
„Unsere Sensoren sind ultraschnell, die besten Geräte sind in drei Sekunden einsatzbereit“, sagt John. Bei günstigeren Geräten müsse man teils 30 bis 50 Sekunden warten. Auch die Langzeitstabilität sei ein Unterscheidungsmerkmal. ACE-Geräte seien auf Zehntausende Tests ausgelegt. Ein Vorteil für ACE-Kunden sei zudem der firmeneigene Kalibrierservice in Deutschland.
Geräte von ACE kosten zwischen etwa 80 und 200 Euro, je nach Messgenauigkeit und Zusatzfunktionen. Günstigere Geräte mit Halbleitersensoren kosten 20 bis 50 Euro. Der typische Nutzer ist laut John der „klassische Vertriebler“, Menschen, die beruflich viel unterwegs sind und abends mit Kunden oder Kollegen ein Bier trinken und morgens sicher wissen wollen, ob sie noch fahren dürfen. Auch kämen die Geräte in sozialen Einrichtungen oder Jugendprojekten zum Einsatz.
Doch nicht alle sehen in privaten Alkoholtestern ein sinnvolles Mittel der Prävention. Thomas Maile, Referent beim Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS), war 45 Jahre bei der Polizei tätig, vor allem in der Verkehrssicherheit. „Ich denke nicht, dass das der richtige Ansatz ist. Die Botschaft lautet oft: ‚Ich trinke und prüfe dann, ob ich noch fahren darf‘“, sagt er. Auch testeten viele Menschen zu früh. „Wer sich auf ein zu frühes Messergebnis verlässt, handelt leichtfertig.“ Rechtlich haben private Alkoholtester ohnehin keine Bedeutung.
Gängige Faustregeln zum Alkoholabbau seien mit Vorsicht zu genießen, sagt Maile. „Im Schnitt baut der Körper 0,15 Promille pro Stunde ab. Aber der Ausgangswert ist entscheidend, und der hängt stark davon ab, ob man gegessen hat, wie viel man wiegt und wie der eigene Stoffwechsel funktioniert.“ Die „Herantesterei“ an Grenzwerte sei gefährlich und weit verbreitet.
Die Alkoholtester machten 20 bis 25 Prozent des Gesamtumsatzes aus, berichtet John. Der größere Geschäftsbereich sei der Arbeitsschutz, vom Helm bis zur Schutzkleidung. ACE beschäftigt 23 Mitarbeiter. Der Umsatz lag laut John im vergangenen Geschäftsjahr bei rund 19 Millionen Euro, das Wachstum im einstelligen Prozentbereich.