NAF liefert seine Tandemachsen in die ganze Welt
Viele tonnenschwere Forstmaschinen verschiedener Hersteller haben eines gemeinsam: eine Achse der NAF Neunkirchener Achsenfabrik AG aus Neunkirchen am Brand im Landkreis Forchheim. NAF ist ein 1960 gegründetes, familiengeführtes Unternehmen. Laut Ausbildungsleiter Stefan Singer befinden sich bis heute alle Aktien in Familienhand. NAF sei Weltmarktführer in der Herstellung von Tandemachsen für Forstmaschinen, sagt Singer. Laut Gesellschafter Kevin Sauer wird der Marktanteil im Bereich der Tandemachsen im Forstbereich auf 95 Prozent geschätzt.
Einen zweiten Standort unterhält das Unternehmen in München. Gebaut und montiert wird in Neunkirchen. Die Produktionsfläche erstreckt sich auf 21 Hallen. Man beschäftigt 650 Mitarbeiter und produziert auch Bogieachsen, Lenkachsen und Starrachsen. Die Bogieachse ist eine Doppelachse, die Achsen sind durch Waagebalken oder Blattfedern verbunden. Lenkachsen werden elektronisch oder hydraulisch gesteuert. Bei Starrachsen sind die Räder über einen starren Achsenkörper verbunden. Diese Achsen werden in Maschinen der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft und der Baubranche verbaut.
Beim Zusammenbau der Achsen muss eine gewisse Reihenfolge eingehalten werden, und kein Teil darf vergessen werden, wie Singer erklärt. Es wird strikt nach Bauplan gearbeitet. Der Preis einer Tandemachse liegt zwischen 20.000 und 50.000 Euro.
Nach Angaben von Singer erzielte das Unternehmen 2023 einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Das umsatzstärkste Produkt sei die Tandemachse gewesen. Neben Achsen stellt man auch Getriebe her, um den Antriebsstrang zu vervollständigen. Ihre Leistung reicht für größere Baumaschinen. NAF produziert jährlich 25.000 Produkte, darunter 15.000 Achsen.
Die Hauptkunden sind die Unternehmen Ponsse, John Deere, Komatsu und Claas. Für sie baut man vor allem Achsen für Forst- und Landwirtschaftsmaschinen. „Eine Besonderheit ist, dass die Maschinen und Lasten immer größer und schwerer werden und so auch unsere Achsen“, sagt Sauer. Außerdem wird Sensorik in die Achsen verbaut, um verschiedene Parameter während des Betriebs entnehmen zu können.
Jedes Bauteil werde in Deutschland produziert. Als Alleinstellungsmerkmal führt Sauer noch die vielen Patente an. „Wir haben 18 Patente“, sagt er. Deshalb gebe es in Europa nur wenige Konkurrenten, einen in Deutschland und zwei in Italien. Die Wettbewerber seien meistens größer, produzierten aber Achsen für andere Schwerlastbereiche. Im Bereich der Tandemachse sei NAF konkurrenzlos. Nach Singers Angaben liegt die Exportquote bei 90 Prozent, es werde in fast 50 Länder exportiert, Schwerpunkt sei mit 80 Prozent Europa, gefolgt von Nordamerika und China.