Der Detektor ist in seinem Element

Die Silizium-Drift-Detektoren von Ketek sind in Museen genauso nützlich wie in Minen und auf dem Mars

Unter den Herstellern von Silizium-Drift-Detektoren (SDD) ist die Ketek GmbH aus München laut Geschäftsführer Reinhard Fojt Weltmarktführer. Die Detektoren, die unter anderem die Energie von Photonen messen und so alle Elemente des Periodensystems außer Helium und Wasserstoff identifizieren können, höben sich in ihrer Qualität ab, sagt Fojt. „Unsere Detektoren stecken in Elektronenmikroskopen mit weit über 50 Prozent Marktanteil weltweit.“ Sogar auf dem Mars befinden sich fünf Detektoren.


Man unterhalte schon lange eine Beziehung mit dem Jet Propulsion Laboratory, einer Tochtergesellschaft der NASA, die sich um die fahrbaren Untersätze kümmere. 2003 war man bei der ersten Marsmission dabei. Der Zweck sei der gleiche wie auf der Erde; es wird die Materialzusammensetzung der Marsoberfläche analysiert. Der Detektor sitze neben dem Bohrer des Rovers und könne während der Bohrung die Daten direkt erfassen.


Ketek beschäftigt 140 Mitarbeiter und kooperiert eng mit Universitäten wie der TU München. 2023 betrug der Umsatz nach eigenen Angaben 51,5 Millionen Euro. Die jährliche Produktionsmenge betrage 40.000 bis 50.000 Einheiten, die Exportquote mehr als 90 Prozent. Man habe vor allem Märkte wie die USA, England, China, Malaysia und Japan im Blick.


Die Detektoren werden für viele Anwendungen genutzt. Man könne mit ihnen zum Beispiel herausfinden, ob Reiskörner belastet seien, sagt Fojt. Reis kann mit Arsen belastet sein, mit Pestiziden und Schwermetallen. Die Detektoren würden in Goldminen genauso eingesetzt wie zur Echtheitsanalyse von Gemälden. In allen Museen der Welt komme die Methode zum Einsatz, um Fälschungen schnell zu erkennen. Dies funktioniere über die Materialzusammensetzung der Farbe. Erkannt werde, ob diese Ressourcen in der entsprechenden Epoche überhaupt zur Verfügung gestanden hätten, erklärt Fojt.


Ketek beliefert die größten Analytikunternehmen der Welt, die die Produkte unter ihrem Namen vermarkten. Ihre Namen will man nicht nennen. „Für uns ist es auch wichtig, dass wir alle unsere Kunden entsprechend direkt behandeln und dass kein Wissen unter den Firmen direkt fließt“, sagt Fojt. Die Geheimhaltung schaffe Vertrauen in einer Marktnische.


Auch im asiatischen Raum etablierten sich langsam ähnliche Unternehmen. Sie sind laut Fojt weniger eine Bedrohung als eine Herausforderung, noch besser zu werden: „Wie bleibe ich technisch fünf Jahre vor ihnen?“ Die größten Mitbewerber seien bisher das US-Unternehmen Amptek und Hitachi aus Japan.


 Die Preise der Detektoren lägen je nach Produktgröße zwischen 3000 und 15.000 Euro. Die Verkaufszahl der SDD steigt jährlich um 10 Prozent, im vergangenen Jahr um 20 Prozent. Teilweise stoßen die Detektoren noch an technische Grenzen. So eigne sich die Röntgenspektroskopie nicht bei Gasen und Stäuben; dann sei eine aufwendige Aufbereitung der Proben nötig.


Das Unternehmen blickt zuversichtlich in die Zukunft, nicht zuletzt wegen des Aufschwungs im Bereich der Lithium-Gewinnung für Batterien. Außerdem will man die Weichen mehr in Richtung Recycling stellen. So trügen die Detektoren schon jetzt dazu bei, Ressourcen effizienter zu nutzen, etwa bei der Sortierung von Rohstoffen im Bergbau.


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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 05. Juni 2025, Nr. 129, S. 18 - Jan Schneider, Ehrenbürg-Gymnasium, Forchheim

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