Der Kunde kriegt das gebacken

Harry-Brot aus Schenefeld in Schleswig-Holstein bietet seit 1688 Backwaren an; das Unternehmen befindet sich in der zehnten Generation in Familienbesitz. Alles begann in einer kleinen, vom Bäckermeister Johan Hinrich Harie geführten Bäckerei in Hamburg-Altona. Nun hat es sich die Harry-Brot GmbH zur Aufgabe gemacht, möglichst schnell, „innerhalb weniger Stunden“, ihre Produkte in die Supermärkte zu bringen.

Man bediene alle großen deutschen Supermärkte, sagt Pressesprecherin Kathrin Krützfeldt und nennt als Beispiele Rewe, Edeka und Kaufland. „In klassischen Harddiscountern wie Lidl oder Aldi sind die Produkte nicht zu finden“, fügt sie an. „Das Harry-Team liefert die Produkte frisch bis in die Regale, dieses Konzept eignet sich sehr gut für den klassischen Lebensmitteleinzelhandel“, erklärt Krützfeldt. Dafür stehen rund 1000 hauseigene Lastwagen zur Verfügung.

Mit seinem Frischdienst beliefert das Unternehmen nach Angaben auf der Internetseite täglich 12.850 Geschäfte und gut 10.000 Backstationen des Lebensmitteleinzelhandels. Der Marktanteil betrage 25 Prozent. Das Brot „Vital + fit“, 500 Gramm für 1,99 Euro, sei „seit Jahren unser absoluter Topseller, dicht verfolgt von Sammy’s Super Sandwich“, einem amerikanischen weißen Sandwichbrot; 750 Gramm kosten 2,49 Euro.

Harry-Brot vertreibt zum einen verpackte Selbstbedienungsprodukte und zum anderen Backwaren an „Prebake“-Stationen. Im SB-Bereich verkauft man ausschließlich Schnittbrote, geschnittene Brotscheiben, die unter besonders reiner Luft luftdicht verpackt werden. Grund dafür seien die „Verbraucherwünsche“. In Deutschland gebe es den Conveni­ence-Trend: Das Produkt müsse verzehrfähig sein, im Sinne von „ich muss es nur noch beschmieren und belegen“, erklärt Krützfeldt. Ein weiterer Grund sind kleinere Haushalte; es gebe mehr Singlehaushalte, man wolle nichts wegwerfen.

Der Jahresumsatz lag 2023 nach eigenen Angaben bei 1,4 Milliarden Euro. Harry-Brot beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter. 45 Prozent arbeiten in der Bäckerei. „Rund 1000 Verkäufer arbeiten im Frischdienst“, sagt die Pressesprecherin. Geschäftsführer sind Thomas Blohm, Jochen Eisenzapf, Frank Kleiner und Norbert Lötz. Blohm ist Nachfahre von Johan Hinrich Harie. 

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Dezember 2024 , Nr. 297, S. 22 - Josephine Hinrichs, Graf-Friedrich-Schule, Diepholz

zurück