Die kleben der Polizei eine

Design112 stellt Folierungen für Einsatzfahrzeuge her

Design112 ist der absolute Platzhirsch“, behauptet Dirk Joeres selbstbewusst. Er ist Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens aus Limburg an der Lahn. Design112 ist nach eigenen Angaben Marktführer für die Folierung und Beschriftung von Einsatzfahrzeugen. „Es gibt eigentlich niemanden, der das macht, was wir machen, in dieser Größenordnung“, sagt Joeres. Design112 beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Beschriftungen und Folierungen und ist seitdem stetig gewachsen.

 Joeres wollte etwas Reproduzierbares entwickeln. Heraus kam eine Folierung, die digital vorproduziert wird und die Lieferung von Ersatzteilen ermöglicht. Die Designs der Einsatzfahrzeuge sind unterschiedlich, müssen aber der DIN-Norm entsprechen. Vorgegeben ist beispielsweise, wie viel Prozent einer Farbe vorhanden sein muss. Kunden geben laut Joeres die Rückmeldung, sehr zufrieden mit den Produkten des Unternehmens zu sein.


Jede Kommune hat die Möglichkeit, ein individuelles Design zu wählen, solange es den Vorschriften entspricht. Wert wird nicht nur auf Design gelegt, sondern auch auf Einsatzsicherheit. Die fluoreszierenden, auch im Nebel sichtbaren Farben halten durchschnittlich fünf Jahre, danach verblassen sie, und es muss eine neue Folierung angebracht werden. Klassische Folien halten hingegen bis zu 25 Jahre. Mit Blick auf die Langlebigkeit sei nicht, wie oft geglaubt, der Kleber das Problem, sondern die UV-Stabilität, erklärt Joeres. Vor allem fluoreszierende Farben bleichen stark aus, wenn sie ultraviolettem Licht ausgesetzt sind.


Design112 bietet nicht nur Beschriftungen und Folierungen an, die vor Ort angebracht werden, sondern online auch fertige Kits zum Selbstbekleben und Ersatzteile. Das ist laut Joeres „eine Besonderheit, die kaum einer macht“. Bestellen können Kunden wie Unternehmen und Kommunen; Aufträge von Privatpersonen sind nicht möglich. Das Onlineportal existiert nach Angaben von Joeres bisher im Polizeibereich, für die anderen Bereiche sei es in Arbeit. Wettbewerber wie Fetzer aus Aldingen in Baden-Württemberg bieten auch Beschriftungen und Folierungen für Privatkunden außerhalb der Einsatzfahrzeugbranche an. Und Mitbewerber wie die Myfolie GmbH aus dem bayerischen Unterhaching haben ebenfalls Beschriftungen zum Bestellen im Internet im Angebot.

Der Preis für die Gestaltung eines Polizei-Pkws beginnt bei 1500 Euro. Die Komplett-Folierung eines Feuerwehrautos kann bis zu 15.000 Euro kosten, wie Joeres berichtet. Mit 35 Mitarbeitern hat Design112 im Jahr 2024 nach Angaben des Geschäftsführers einen Umsatz von mehr als fünf Millionen Euro erzielt; mindestens acht Prozent stammen aus dem Ersatzteilgeschäft.


Kommunen aus fast jedem Bundesland sind Kunden. „Polizeien haben wir eigentlich quer durch alle Bundesländer – Stuttgart, Mainz, Frankfurt“, sagt Joeres. Auch viele Unternehmen sind Kunden. Joeres nennt als Beispiele Mercedes, Merck, Airbus und Zeiss. Das Unternehmen ist auch im Ausland vertreten, zum Beispiel in Polen, Norwegen, Österreich, der Slowakei und Indien. So ist die norwegische Feuerwehr größtenteils mit Folierungen von Design112 ausgestattet worden. Auch Feuerwehren in Indien kaufen in Limburg. Deutschland sei auf diesem Gebiet mit Blick auf das Löschwesen und die Polizei sehr angesehen auf der Welt, sagt Joeres.


Die Herstellung der Folien ist ein energieintensiver Prozess. Das Unternehmen legt Wert auf Nachhaltigkeit, von der Photovoltaik auf dem Dach über die Einsparung von Energie bis hin zur Dämmung der Gebäude. Ein Recycling der Folierungen ist allerdings nicht möglich. 

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02. Januar 2025 , Nr. 1, S. 21 - Anne Brochhausen, Max-Planck-Gymnasium, Lahr

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