Die weltgrößte Drehkolbenpumpe ist von Börger
Die Börger GmbH aus Borken-Weseke im Münsterland produziert mit 400 Mitarbeitern unter anderem Drehkolbenpumpen, Produkte der Zerkleinerungs-, Separations- und Aufrührtechnik sowie Edelstahlbehälter. Laut Geschäftsführerin Anne Börger-Olthoff ist das Familienunternehmen Marktführer für Drehkolbenpumpen. Mit der Blueline XL 5350 stelle man die weltgrößte Drehkolbenpumpe mit einer Förderleistung von 25.000 Litern in der Minute her.
Jährlich verkaufe Börger einige Tausend Pumpen. Im Jahr 2023 lag der Umsatz nach eigenen Angaben bei 115 Millionen Euro und im vergangenen Jahr bei 120 Millionen Euro. Rund 60 Prozent der Produkte werden exportiert, in mehr als 65 Länder. Kunden sind vor allem Mineralöl-, Düngemittel-, Chemikalien- und Zuckerhersteller. Sie schätzen laut der Geschäftsführerin die Wartungsfreundlichkeit, den hohen Wirkungsgrad und die Zuverlässigkeit der Produkte sowie den Bau nach Kundenwunsch. Zudem habe Börger Zertifikate für Spezifizierungen, zum Beispiel im Marinebereich.
Das Technische Hilfswerk (THW) nutzt seit 2006 die Pumpen. Man habe mit dem THW eine neue Großpumpe für die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen entwickelt. Die Fachgruppe beherbergt neben kleineren Elektropumpen anderer Hersteller eine Großpumpe mit einer Fördermenge von 5000, 15.000 oder 25.000 Litern je Minute.
Der Hersteller der Großpumpen ändert sich nach THW-Angaben meistens nach jeder Ausschreibung. Die Neubeschaffung einer 15.000-Liter-Pumpe koste das THW rund 70.000 Euro. Die Besonderheit einer solchen leistungsstarken Pumpe von Börger ist, dass das Material wie Saug- und Druckschläuche mit auf dem Anhänger der Pumpe und nicht auf einem Fahrzeug verladen ist.
Vereinzelt gehörten ausländische Katastrophenschutzeinheiten, zum Beispiel aus Dänemark und Slowenien, zu den Kunden. Die Zahl der Bestellungen aus dem Katastrophenschutz sei durch häufigere Hochwasser merkbar gestiegen, besonders Kommunen und Feuerwehren hätten in den vergangenen fünf Jahren nachgerüstet, auch um das gut aufgestellte THW unterstützen zu können.
In Deutschland hat man zwei größere Mitbewerber, Netzsch aus Waldkraiburg in Bayern und Vogelsang aus Essen (Oldenburg) in Niedersachsen. Die seien jedoch in anderen Bereichen der Pumpenbranche spezialisiert. International komme die Konkurrenz vor allem aus China und Indien. Börger unterhält Niederlassungen unter anderem in Frankreich, Polen, den USA, China und Indien. Generell wachse der Markt.
Man plane, einen neuen Zerkleinerer auf den Markt zu bringen. Er wird vor die Pumpen gesetzt und löst Klumpen oder Ähnliches in der Fördermasse auf, damit diese die Pumpe weder blockieren noch beschädigen. Oft werden diese Zerkleinerer in der Abwassertechnik und der Landwirtschaft eingesetzt, zum Beispiel bei der Förderung von Gülle, Schlämmen oder feststoffbelasteten Flüssigkeiten. Generell entwickele Börger die Produkte immer so, „dass sie einen Nutzen für das Hauptprodukt, die Drehkolbenpumpe, haben und diese noch effizienter nutzbar machen“, erklärt Börger-Olthoff.