Bidlingmaier ist Marktführer für Maibaumständer
Maibäume repräsentieren seit Jahrhunderten Gemeinschaft und Brauchtum. Ohne die richtigen Hilfsmittel birgt das Aufstellen erhebliche Risiken. Deshalb stehen viele Maibäume in Maibaumständern der Bidlingmaier Technologie GmbH. Das Unternehmen aus Betzenweiler im Landkreis Biberach, das 14 Mitarbeiter, die meisten auf Minijobbasis, beschäftigt, hat Bruno Bidlingmaier 2010 gegründet. „Die Idee entstand an einem 30. April, als im eigenen Ort der Maibaum aufgestellt wurde und die Sicherung unten am Baum kaum gegeben war“, erzählt Bidlingmaier. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer für Maibaumständer mit einem Marktanteil von etwa 95 Prozent.
Das Flaggschiffprodukt ist der Maibaumständer „Herkules“ aus hochfestem Baustahl S355JR. Ihn gibt es in zwei Varianten, oberirdisch und unterirdisch, und fünf Größen. Mit dem Gigant XXL können Bäume bis zu 42 Meter Länge und 50 Zentimeter Durchmesser aufgestellt werden. Der Kunde kann sich den Ständer inklusive Betonfundament liefern lassen. Es ist auch möglich, das Fundament selbst zu betonieren. Dann bekomme der Kunde detaillierte Pläne, die an einen Ikea-Bauplan erinnerten, sagt Bidlingmaier. „Der Herkules ist vielseitig verwendbar, auch als Weihnachtsbaum- und Narrenbaumständer“, berichtet der Unternehmer. Er sorge in mehr als 250 Gemeinden für einen sicheren Stand.
„So ein 42 Meter hoher Maibaum hat ein ordentliches Gewicht, weshalb er fest stehen muss. Nicht auszudenken, was beim Umstürzen passieren könnte“, sagt Bidlingmaier. Als Erstes müsse festgelegt werden, wo der Baum aufgestellt werden solle. „Wie sieht es mit der Bodenbeschaffenheit und der Windlast aus? Je höher die Windlast, desto größer wird das Fundament gegossen.“
Der Maibaum wird zunächst in die liegende Maibaumhalterung eingelegt, zwei Halteklauen halten den Stamm sicher fest. Das Aufstellen kann dann mit Schwalben – das sind lange Stangen –, einem Kran oder Traktor erfolgen. Dabei kann sich der Maibaum nur entlang einer Achse bewegen, ein Kippen zur Seite ist nicht möglich. Bei 90 Grad verhindert ein Anschlag das Überkippen nach vorne, und der Maibaumständer wird durch Bolzen gesichert. Der Maibaum steht dann kerzengerade im Ständer. „In früheren Zeiten wurden Maibäume und Christbäume meistens in einfache runde Schächte gestellt“, sagt Bidlingmaier. Gegen das Herausrutschen des Stamms habe man Holzdielen oder Holzkeile verwendet.
In Bayern stehen die geschnitzten und bemalten Maibäume oft das ganze Jahr über, durch den Einsatz des Maibaumständers können sie einfacher restauriert werden. Nimmt man einen Ständer, kann der Stamm zudem mehrmals verwendet werden. Dann wird der Wipfel auf einen alten Stamm neu aufgesetzt, und der Maibaum ist fertig.
Jedes Jahr liefert Bidlingmaier etwa 50 Maibaumständer aus. Der Jahresumsatz für die Ständer liegt nach eigenen Angaben bei 500.000 Euro. Kunden sind Gemeinden, Feuerwehren und Burschenschaften vor allem im Bayrischen, Schwäbischen, in Österreich und rund um Frankfurt. Man hatte auch schon Kunden in Berlin.