Gewinnausschüttung mit der Gießkanne

Geli hat die Kunststoffgießkanne aus einem Guss erfunden – man findet sie in vielen Haushalten

Die Geli GmbH aus Alzenau-Michelbach in Bayern hat die Entwicklung der Kunststoffgießkanne geprägt. Was als kleiner blechverarbeitender Betrieb begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu dem in Deutschland führenden Hersteller von Garten- und Haushaltsartikeln aus Kunststoff, wie Nadine Lippert hervorhebt. Sie und ihr Bruder Pascal Lippert gehören seit 2022 zur Geschäftsführung. Thomas und Günter Lippert, die Söhne von Joachim Lippert, einem der beiden Gründer, leiten das Unternehmen seit 2001.

Die ersten Produkte seien Blechartikel wie Gießkannen und Bettwärmflaschen gewesen, sagt Nadine Lippert. „Als wir 1961 als erstes Unternehmen die Kunststoffgießkanne aus einem Guss auf den Markt brachten, hat diese Innovation dazu geführt, dass Kunststoffprodukte zunehmend die Blechwaren ersetzten.“ Schon 1971 produzierte man eine Million Kunststoffgießkannen im Jahr.

 „Unser Umsatz ist über die vergangenen Jahre stetig gewachsen. Während der Corona-Pandemie konnten wir sogar zwei Rekordjahre verzeichnen“, berichtet Lippert. Inzwischen habe sich der Jahresumsatz wieder auf das Niveau von vor der Pandemie eingependelt und liege bei 40 Millionen Euro. Das Unternehmen zähle mehr als 140 Mitarbeiter, die in Alzenau-Michelbach und im Logistikzentrum in Freigericht-Bernbach tätig seien.

Man bietet mehr als 5000 Produkte an, darunter Gießkannen, Pflanzgefäße und Bewässerungssysteme. Bisher habe man über 140 Millionen Gießkannen verkauft. Die kleinste fasse 1,3 Liter, größere Modelle zehn Liter. Ein bekanntes Beispiel sei die Gießkanne „Capri“, die aufgrund ihrer Form und Funktionalität oft gekauft werde und ab 6,50 Euro erhältlich sei. Geli-Gießkannen kosten zwischen rund drei und acht Euro und bewegen sich im unteren bis mittleren Preissegment. Was ist Hobbygärtnern bei einer Gießkanne besonders wichtig? Anke Faber, ambitionierte Freizeitgärtnerin aus der Nähe von Mainz, erklärt: „Bei der Gartenarbeit ist es wichtig, dass eine Gießkanne nicht so schwer ist, die Brause muss fest sitzen und sollte nicht bereits nach einer kurzen Zeit abfallen.“

 Bevor ein Produkt in die Serienproduktion gehe, entstünden erste Modelle per 3D-Druck, berichtet Nadine Lippert. So ließen sich Design, Ergonomie und Funktionalität frühzeitig testen. „Nach einer erfolgreichen Prototypenphase werden die Produktionswerkzeuge von einer externen Firma gefertigt.“ Der Entwicklungsprozess dauere mehrere Monate bis zu mehr als ein Jahr.

Die Exportquote liegt laut Lippert bei 20 Prozent, man liefere hauptsächlich ins umliegende Ausland wie Österreich und die Schweiz. Die zentrale Lage der Produktionsstätte ermögliche eine schnelle Reaktionszeit auf Kundenanfragen.

 Geli produziert am Stammsitz in Alzenau-Michelbach. Für die Herstellung von Pflanzgefäßen nutze man das Spritzgießverfahren: Geschmolzener Kunststoff wird in eine Form gespritzt. Gießkannen hingegen werden mittels Blasverfahren hergestellt: Ein Kunststoffschlauch wird in eine Form eingeblasen und dort aufgeweitet, bis er die Formwände ausfüllt.

Geli beliefert vor allem große Baumarktketten. Man bewege sich in einem hart umkämpften Markt. Zu den Wettbewerbern zählten deutsche Unternehmen wie Emsa und Scheurich. Internationale Anbieter wie die niederländische Marke Elho, die verstärkt auf nachhaltige und recycelte Materialien setze, seien ebenfalls starke Konkurrenten. Zudem gebe es viele asiatische Produzenten, die günstigere Produkte anböten; diese seien allerdings oft von geringerer Qualität. „Unsere Produkte sind langlebig und robust und spiegeln die deutsche Qualität wider“, sagt Nadine Lippert. Hobbygärtnerin Tanja Friedrich aus Duderstadt achtet sehr auf Langlebigkeit. Deshalb habe sie sich für Geli entschieden. „Ganz billig war es ja nicht, aber durchaus preiswert – weil es eben lange hält.“

In der Produktion nutzt man auch nachhaltige Materialien: „Unsere Spritzgießartikel bestehen bereits zu 75 Prozent aus recycelten Rohstoffen“, sagt Nadine Lippert. Viele andere Produkte werden sogar zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial gefertigt und sind vollständig wiederverwertbar. Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen das Ziel einer „Zero-Waste-Produktion“. „Jedoch gibt es immer wieder Produkte, bei denen wir produktionstechnisch Neuware einsetzen müssen“, sagt Lippert.

 Geli unterstütze seit 2019 das Projekt „Beedabei“, das mit auffällig gelben Blumenkästen auf das Bienensterben aufmerksam macht. Das Projekt habe mit über 220 bepflanzten gelben Blumenkästen auf dem Nürnberger Hauptmarkt begonnen, die nach der Aktion an Bürger verteilt worden seien, um dauerhaft Bienenfutterstellen zu schaffen. Seitdem seien in ganz Europa rund 4400 solcher Bienenfutterplätze eingerichtet worden. Geli habe den Aqua-2-Blumenkasten in einer speziellen Beedabei-Edition ins Sortiment aufgenommen; ein Teil des Verkaufserlöses fließt in das Projekt. 

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. September 2025, Nr. 218, S. 22 - Gracia Patricia Prinz, Eichsfeld-Gymnasium, Duderstadt

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