Marktführer Aliseo stattet gehobene Unterkünfte mit Spiegeln und Föhnen aus
Wer in einem guten Hotel übernachtet hat, hat vermutlich einen Föhn oder einen Kosmetikspiegel der Aliseo GmbH benutzt. Das Unternehmen aus Gengenbach im Schwarzwald ist auf die Entwicklung und Vermarktung hochwertiger Produkte für Hotelbäder und Gästezimmer spezialisiert. Nach eigenen Angaben gehört es zu den Weltmarktführern im Bereich der gehobenen Hotelausstattung, insbesondere bei Haartrocknern und Kosmetikspiegeln. Auf dem Markt für Hotel- und Badezimmerausstattung konkurriere man mit namhaften Unternehmen wie Dyson.
„Man findet kaum ein Hotel in der Vier-Sterne-plus-Kategorie, das nicht irgendein Aliseo-Produkt hat“, sagt Jan Hellfritz, geschäftsführender Gesellschafter und Sohn des Unternehmensgründers. In mehr als 80 Ländern statte Aliseo Hotelzimmer aus. „Allein in Deutschland haben wir einen Marktanteil von deutlich über 90 Prozent. Es sind ungefähr 150.000 Zimmer pro Jahr, die wir mit unseren Produkten bestücken“, berichtet Hellfritz. Bekannte Kunden sind das Burj al Arab in Dubai, das Adlon Kempinski in Berlin und das Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn. Auch Hotelketten wie Mandarin Oriental, Hilton und Park Hyatt sowie Kreuzfahrtschiffe wie Aida, Mein Schiff und MS Deutschland stattet Aliseo aus. Mehr als fünf Millionen Erzeugnisse seien bisher installiert worden.
Das Familienunternehmen wurde 1985 von Claus Michael Hellfritz in einer Garage gegründet. Er ist ein Enkel von Hans Grohe, der 1901 das Traditionsunternehmen Hansgrohe in Schiltach im Schwarzwald gründete, das seither Armaturen und Sanitärobjekte herstellt. Heute wird die Aliseo GmbH in zweiter Generation von den beiden Kindern des Gründers, Nina Hellfritz-Lange und Jan Hellfritz, geführt.
Der Name Aliseo stammt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie warme Passatwinde. Passenderweise erzielte Hellfritz senior seinen geschäftlichen Durchbruch mit einem warmen Wind, nämlich dem ersten Schlauchhaartrockner, den er mit einem bekannten italienischen Designer entwickelte, der auch für Ferrari entwarf. „The World’s Safest Hair Dryer“ galt in einer Zeit, in der es noch keine FI-Sicherheitsschalter gab, als Innovation. Die elektronischen Komponenten des Föhns waren in einer isolierten Box an der Wand befestigt. Selbst bei Kontakt mit Wasser bestand keine Gefahr für den Benutzer, erläutert Hellfritz. Die erste Großbestellung kam von der Intercontinental-Gruppe, was Aliseo zu einem anerkannten Namen in der Hotelbranche verhalf. „Letztendlich verdanken wir es meinem Vater, dass wir heute in jedem Hotel standardmäßig einen Föhn vorfinden“, meint Hellfritz.
Eine weitere Neuerung von Aliseo sei die Entwicklung eines Kosmetikspiegels mit LED-Technologie gewesen, sagt Hellfritz. „Wir waren die Ersten, die Energiesparlampen in Kosmetikspiegeln verbaut haben.“ So wurden die Spiegel schlanker und energieeffizienter. Bei den neuen Spiegeln könne man zwischen verschiedenen Lichteinstellungen wählen, von hellem Tageslicht bis zu warmem Abendlicht.
Aliseo bietet rund 500 Hotelprodukte an, auch Wasserkocher, Kaffeeautomaten, Kofferablagen, Hotelsafes und Bügelstationen. Man arbeite mit namhaften Designern etwa von Sieger Design und Phoenix Design zusammen. Den Kunden biete man viele Möglichkeiten für Sonderanfertigungen in Bezug auf Farbgebung, Materialien und Oberflächenbearbeitung an. Die Preisspanne reiche von rund 20 Euro für kleine Accessoires wie Handtuchhalter bis zu mehreren Hundert Euro für hochwertige Geräte und Spiegel. Der „LED Moon Dance Kosmetikspiegel“ koste 585 Euro. Luxuriöse und speziell angefertigte Erzeugnisse könnten mehrere Tausend Euro kosten.
Der Bestseller ist seit Jahren der „Black Mambo 1875“, ein als haarschonend geltender und leistungsstarker Föhn aus Polycarbonat mit integrierter Ionentechnologie. Im Vergleich zu einem Haushaltsföhn benötige er 50 Prozent weniger Trocknungszeit und 30 Prozent weniger Hitze. Der Föhn kostet rund 100 Euro. „Wir verkaufen pro Jahr etwa 150.000 Haartrockner. Die machen ungefähr 28 Prozent vom Umsatz aus“, berichtet Hellfritz. Die Kosmetikspiegel trügen je nach Jahr zwischen 23 und 25 Prozent zum Umsatz bei.
Man habe zwei große Umsatzträger. Der eine sei das Projektgeschäft, Bauvorhaben, bei denen Aliseo schon zwei bis drei Jahre vorher mit den Planern und Architekten kooperiere, um die Produkte perfekt in das Gesamtkonzept zu integrieren. Der zweite sei der Ersatzbedarf: Produkte müssten altersbedingt oder wegen Diebstahls ersetzt werden. Zehn bis 15 Prozent der Hotelprodukte würden entwendet. Auf Kreuzfahrtschiffen wie Aida betrage die Diebstahlquote sogar bis zu 25 Prozent.
In Gengenbach arbeiten rund 35 Mitarbeiter, auf der Welt etwa 80. Aliseo erzielte 2023 einen Umsatz von 25 Millionen Euro, 9,5 Millionen stammten aus Deutschland. Der größte Absatzmarkt sei China. Rund 85 Prozent der Produkte würden in China gefertigt. „Wir entwickeln mit der Designschule Mailand einen Handtuchtrockner für den chinesischen Markt“, berichtet Hellfritz. In der Pandemie habe man einen umweltfreundlichen Seifenraspler entwickelt, der mit einer anionischen Trockenseife befüllt werde.