Man träumt von ausverkauften Hallen

McArena errichtet relativ schnell und kostengünstig Sporthallen – sie sind überdacht und an den Seiten offen.

Corona hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Bewegung und Sportmöglichkeiten auch unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten“, sagt Matthias Prinz, einer der Gründer der McArena GmbH aus Backnang. In der Pandemie wurde deutlich, wie sehr es an geeigneten Sportstätten mangelte. Dort setzt McArena an. Das Unternehmen wurde 2013 von drei sportbegeisterten Freunden gegründet. Heute ist es laut Prinz, der auch einer der Geschäftsführer ist, deutscher Marktführer für Freilufthallen. Nach Prinz’ Angaben hat McArena einen Marktanteil von 80 Prozent in Deutschland.


Freilufthallen sind überdachte und seitlich offene Sportplätze, auf denen man wetterunabhängig Sport treiben kann, mit frischer Luft und dem Gefühl von Offenheit. Sie bieten Schutz vor Regen, Schnee und Sonne und schaffen gleichzeitig eine Atmosphäre wie auf Outdoor-Sportplätzen. Die Wahl des Bodens spielt eine große Rolle, denn sie beeinflusst die spätere Nutzung. So wird Tennis auf anderen Böden gespielt als Basketball oder Fußball. Laut Prinz legen Projektpartner viel Wert auf ein vielseitiges Bodensystem, damit unterschiedliche Sportarten ausgeübt werden können.


Insbesondere Schulen, Sportvereine und Kommunen profitieren von den Hallen, die günstiger als herkömmliche Turnhallen sind. Klassische Sporthallen seien deutlich kostenintensiver im Bau und im Betrieb, weil die Kosten für Energie und Wartungen höher seien, sagt Prinz. Durch die offene Bauweise entfallen aufwendige Lüftungssysteme. Insgesamt seien die Freilufthallen umweltfreundlicher: „Wir schaffen mit unseren Hallen eine ressourcenschonende Alternative, die dennoch alle Anforderungen an eine moderne Sportstätte erfüllt.“ Durch eine modulare Bauweise könne man sie zudem schnell errichten. Man verwende ein Baukastensystem, das große Teile der Konstruktion standardisiere. Die durchschnittliche Bauzeit betrage zehn bis zwölf Wochen.


In der Branche gibt es andere Anbieter wie SMC2 Deutschland aus Frankfurt. Man hebe sich vor allem durch die Breite der Dienstleistungen von Wettbewerbern ab, behauptet Prinz. Von der ersten Idee über die Planung bis hin zum Betrieb der Freilufthallen begleitet das Unternehmen seine Kunden. Man bietet ein digitales Buchungssystem an, das den Betrieb der Hallen vereinfacht. So können Schulen, Vereine und Privatpersonen die Hallenzeiten unkompliziert online reservieren. Und die Betreiber können die Auslastung und Nutzung der Hallen genau im Blick behalten. Die Möglichkeit, dass auch Privatpersonen die Hallen für Veranstaltungen buchen können, erweitert die Zielgruppe. So werden die Hallen auch außerhalb der klassischen Nutzungszeiten ausgelastet.


Laut Prinz betragen die Baukosten für eine Freilufthalle rund 500.000 Euro; sie können je nach Größe und Ausstattung auch deutlich höher ausfallen. Damit das für Kommunen, Vereine oder andere Betreiber bezahlbar ist, unterstützt sie Mc-Arena bei der Beantragung von Fördermitteln und der Suche nach Geldgebern. Oft könne durch Fördergeld ein erheblicher Teil der Kosten abgedeckt werden.


McArena beschäftigt neun Mitarbeiter und hat bis Ende 2024 70 Hallen in Deutschland und Österreich errichtet. Die Hälfte sei für Vereine gebaut worden, sagt Prinz. 30 Prozent seien von Kommunen, zehn Prozent von Schulen und zehn Prozent von privaten Investoren beauftragt worden. Man habe in den vergangenen Jahren ein Wachstum von etwa 20 Prozent verzeichnet, 2023 habe der Umsatz bei sechs Millionen Euro gelegen. 2024 seien es 4,8 Millionen Euro gewesen. McArena sei zwar nicht der Erfinder der Freilufthallen, habe aber den Gebäudetypus in Kombination mit dem digitalen Buchungssystem erstmalig standardisiert; da sei man Marktführer in Europa. 

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Juni 2025, Nr. 140, S. 22 - Justus Markev, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, Gießen

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