Der Fußballschuh drückt; das kennen viele. Die Imotana GmbH aus dem unterfränkischen Eltmann möchte das ändern und nutzt dafür neueste Technik. Mitgegründet hat sie 2021 Benjamin Dorsch, der zuvor Fußballspieler in der Bezirksliga war und für große Fußballmarken High-End-Fußballschuhe entwickelt hat. Dorsch will Schuhe herstellen, die jedem optimal passen. „Ich hatte immer Probleme mit verschiedenen Größen oder Passformen und Blasen am Fuß. Auch blaue Zehennägel waren ständig Thema in der Kabine“, erzählt er.
Jeder Fuß wird mithilfe einer Künstlichen Intelligenz an 13 Punkten präzise vermessen. Auf Basis dieser Daten erstellt eine KI ein sehr genaues 3D-Modell als Grundlage für die Fertigung. Man möchte „jedem Spieler das Gefühl geben, den perfekten Schuh zu tragen, der wie eine zweite Haut sitzt. Dies hebt uns von anderen Anbietern ab“, sagt Dorsch.
Während 80 Prozent der Produktion in Deutschland verbleiben, werden die übrigen 20 Prozent in Länder wie Venezuela, Australien und Argentinien sowie nach Hongkong exportiert. Nach Dorsch wurden bis Ende 2024 mehr als 10.000 Paare verkauft. Das aus acht Personen bestehende Team ist über Deutschland, Italien und Indonesien verteilt. In Italien werden die Lederschuhe gefertigt, während in Indonesien die Schuhe aus Synthetikmaterial hergestellt werden.
Ein Meilenstein war, dass Ende 2022 Fabian Holland, Spieler des SV Darmstadt 98, mit den maßgeschneiderten Schuhen auflief. Auch Marius Müller vom VfL Wolfsburg setzt auf Imotana. Hobbyspieler Affan Berg aus München sagt: „Die Schuhe haben mein Spiel entscheidend verändert. Sie passen sich perfekt an.“
Die Preise variieren je nach Modell und Wünschen. So gibt es Versionen für Kunstrasen und normale Fußballplätze. Der „Imotana DNA“ kostet rund 200 Euro. Für Extras wie Schnürsenkel, Schuhtasche, Socken und Schraubstollen zahlt man zwischen zehn und 25 Euro. Die Schuhe werden in Handarbeit gefertigt, auch der „Imotana Genetic“, der aus echtem Leder in Italien hergestellt wird und rund 240 Euro kostet. „Unser Ziel ist es, bis 2027 Marktführer für individuelle Fußballschuhe zu werden“, sagt Dorsch. Langfristig möchte man auch international den Markt anführen.
Der 3D-Scan der Füße hat auch einen Haken: Kunden benötigen dafür ein kompatibles Gerät und die entsprechende Technik, um den Scan mit der App Verifyt zu machen. Für weniger technisch affine Menschen könnte dies ein Kaufhindernis sein.