Das Kaminzugprinzip bringt den Griller zum Glühen
Wir sind in Deutschland der führende Hersteller für Edelstahl-Kaminzuggrillgeräte“, sagt Geschäftsführer Christian Schneider. Sein Vater Peter Schneider hat 1992 in Georgenthal in Thüringen die Thüros GmbH gegründet. Der Name Thüros setzt sich aus „Thüringer“ und „Bratrost“ zusammen. „Meinem Vater, ursprünglich aus dem Sauerland, fiel bei einem Besuch in Thüringen die Vielzahl selbst gebauter Grillkonstruktionen in den Gärten der Region auf“, erzählt Schneider. „Viele davon waren so clever konzipiert, dass sie ihn inspirierten.“ Er entschied, selbst Grills zu produzieren. „Die ersten 80 Geräte wurden noch handgefertigt und waren schnell verkauft.“
Man habe mehr als 20 Grilltypen im Angebot, vom Tischgrill über robuste Säulengrills und Camping-Grillgeräte bis hin zu professionellen BBQ-Smoker-Modellen und individuell planbaren Grillstationen für den Einsatz in der Gastronomie. „Das alles funktioniert mit dem Kaminzugprinzip“, sagt Schneider. Durch einen kleinen Schieber im Schacht wird die Luftzufuhr reguliert. Es braucht kein mühsames Fächern mehr, um die Holzkohle zum Glühen zu bringen. „Kein verqualmter Garten, und die Kohle hat trotzdem die optimale Temperatur.“
Doch gab es technische Herausforderungen zu lösen. Bei zu starkem Zug wird mehr Luft angesaugt, als für eine gleichmäßige Verbrennung nötig wäre. Die Holzkohle brennt schneller ab, die Hitze ist schwerer zu kontrollieren. Auch Faktoren wie Wind oder Lüftungssysteme wie eine Dunstabzugshaube können den Luftstrom stören.
Der „Thüros T1“ ist mit rund 140 Euro der günstigste Grill, am oberen Ende rangiert für 2190 Euro die „Thüros T400 BBQ Grillstation“. Der Trend gehe in Richtung der größeren Modelle, „weil die Menschen gerne experimentieren und mehr Sachen auf die Grillfläche packen“, erklärt Jacqueline Schneider, die Tochter von Christian Schneider. Man bietet auch Grillkurse an. In ihnen lerne man mehr als das „typische Flachgrillen“.
Kunden von Thüros sind junge Familien genauso wie Männer ab 50 Jahren und Profiköche. Rund 40 Prozent der Deutschen greifen nach Angaben von Statista in der Grillsaison alle zwei Wochen zum Grill. Der bekannte Grillhersteller Weber ist für Christian Schneider kein direkter Konkurrent. „Natürlich ist Weber ein großer Name, aber wir setzen auf Individualität und Qualität. Durch die größtenteils Inhouse-Fertigungen haben wir Kontrolle über unsere Qualität und Lieferzeiten.“ Man fertigt alle Teile selbst am Standort in Georgenthal. Von 30 Mitarbeitern arbeiten 15 in der Fertigung. Der Jahresumsatz liege im oberen einstelligen Millionenbereich. Im Jahr verkaufe man rund 25.000 Grills.
1999 schreibt das Unternehmen Geschichte, mit einem vier Meter hohen Kaminzuggrill aus Edelstahl. „Mit dieser Konstruktion sicherte sich Thüros den Guinness-Weltrekord für den größten Grill der Welt“, erzählt Schneider. Er steht neben der Produktionshalle und wird einmal im Jahr auf dem Firmenfest genutzt. „Man kann über ein Gerüst hochklettern und vom größten Kaminzuggrill der Welt eine Bratwurst essen“, sagt Jacqueline Schneider.
Inzwischen hat man auch Gasgrills im Sortiment. Zu den Produktneuheiten zählen Module, mit denen sich ein klassischer Holzkohlegrill auf Gas- oder Elektrobetrieb umrüsten lässt. „Nehmen wir mal an, ein junger Erwachsener bekommt einen Holzkohlegrill geschenkt und zieht dann in eine andere Wohnung um, wo solche Grills nicht mehr erlaubt sind“, sagt Christian Schneider und erklärt: „Wie man klassisch die Barbecue-Haube draufstellen würde, um mit Haube zu grillen, würde man hier sein alternatives Modul als Befeuerung draufpacken.“ Man brauche nur ein paar Handgriffe, um den Grill umzubauen.