Strayz verkauft Tiernahrung und hilft Straßenhunden
Im Urlaub auf den Seychellen traf Madeline Metzsch auf eine schwangere Katze, die fast ausgesetzt worden wäre. Das erzählte sie ihren Freundinnen Saskia te Kaat und Stefanie Zillessen. Zu dritt gründeten sie ein Jahr später, 2020, in Berlin die Strayz Petfood GmbH, eine soziale Tierfuttermarke. Der Anfang sei schwierig gewesen, sagt Metzsch. Mehrmals hätten sie Erfahrung gemacht, dass Investoren sie gegenüber männlichen Mitbewerbern benachteiligt hätten.
Strayz hilft Straßenhunden und -katzen. „680 Millionen Straßenkatzen und Straßenhunde leben weltweit in Not“, heißt es auf der Internetseite. Beim Kauf des Bio-Katzen- und Hundefutters von Strayz werden je Dose 15 Cent an den Tierschutz gespendet. Das ermöglicht Futter für einen kleinen streunenden Hund für einen Tag; das Futter für einen Straßenhund kostet je nach Größe und Rasse zwischen 15 und 30 Cent am Tag. Die Ernährung einer Straßenkatze kostet im Durchschnitt 20 Cent am Tag.
Beim Kauf von Socken, Taschen und weiteren Artikeln für Katzen- und Hundeliebhaber werden jeweils vier Euro für Wurmkuren, Impfungen oder Flohbehandlungen gespendet. Mit dem Erwerb eines Pullis kann man die Kosten einer Kastration übernehmen, die im Durchschnitt 25 Euro kostet. So hat man eigenen Angaben zufolge bisher etwa 5,4 Millionen Futterspenden, rund 14.600-mal medizinische Hilfe und etwa 700 Kastrationen bezahlt. Die Spenden gehen an verschiedene Tierschutzorganisationen auf der Welt.
Für Katzen bietet Strayz Nassfutter, Leckerlis und Suppen an, für Katzenliebhaber Socken, Pullover und Taschen mit Katzenlogos. Für Hunde gibt es verschiedene Futtersorten vom Veggiesnack bis zum getrockneten Lachs. Das Futter enthalte nur eine Proteinquelle je Dose und Zutaten von kleinen Höfen aus Bayern und Österreich. Außerdem ist es glutenfrei und das Katzenfutter zudem getreidefrei; alles sei ohne Zuckerzusatz, ohne Bindemittel, Lock- und Konservierungsstoffe und tierversuchsfrei. „Das meiste Futter, das gerade auf dem Markt angeboten wird, besteht aus Schlachtabfällen, aus Tiermehl“, sagt Metzsch. „Da wird alles von der Gebärmutter bis zum Huf, alles von allen Tieren reingeballert und mit Getreide, Zucker, Lockstoffen und Aromen übertüncht, damit die Tiere das überhaupt essen.“
Ein 85-Gramm-Beutel Nassfutter für die Katze in der Sorte „Huhn & Zucchini“ kostet 1,49 Euro, 400 Gramm Hundefutter in der Dose kosten 3,49 Euro. Im Vergleich zum Marktführer Whiskas sind die Preise höher. Die Produkte gibt es auch bei Zooplus, Fressnapf und Amazon und in der Drogeriekette Rossmann. Das Unternehmen beschäftigt acht Mitarbeiterinnen und eine Freiberuflerin. Im Jahr 2022 betrug der Umsatz rund eine Million Euro, 2023 waren es 2,5 Millionen.