Schlagartig wird es leise

Drumsticks von Adoro senken die Lautstärke

Die Lautstärke eines Schlagzeugs kann zum Problem werden, beispielsweise beim Üben in Wohnräumen. Das Unternehmen Adoro Drums verschafft mit innovativen Schlagstöcken Abhilfe. Sie kosten zwischen 20 und 25 Euro und sind etwas teurer als ein klassischer Drumstick. Adoro Drums versendet sie in die ganze Welt.

Mit dem Fokus, das akustische Schlagzeug leiser zu machen, schließe man eine Marktlücke. Überall, wo die Lautstärke einen gewissen Pegel nicht überschreiten darf, in Kirchen oder kleinen Räumen, sind die Schlagzeuge der Hamburger Marke präsent, beispielsweise in christlichen Konzerten, die vor allem in den USA eine wichtige Rolle für Glaubensgemeinschaften spielen. „Wenn du auf ein christliches Konzert gehst, dann denkst du, jeder Schlagzeuger spielt Adoro“, sagt der Gründer und Geschäftsführer Stefan Korth, der gelernter Grafiker ist.

„Spätestens seit Beginn der Pandemie schrumpft der Markt für Schlagzeuge“, erzählt Korth. Zusätzlich scheuten die Kunden seit Kriegsbeginn in der Ukraine größere Investitionen in ein hochwertiges Schlagzeug. Als im Lockdown Lösungen gesucht wurden, um Schlagzeuge leiser zu machen, entwickelte man den besonders leisen „Adoro Silent Stick“. Der Schlagstock basiert auf einer Erfindung des Hawaiianers Lazaro Quillion, der es „nie geschafft hat, das Ding vom Prototyp auf eine Serie zu heben“, wie Korth sagt. Unter der Bedingung, einen anderen Namen für das Produkt zu finden, erlaubte der Erfinder die Weiterentwicklung.

Der Silent Stick besteht aus einer biegsamen Polycarbonat-Röhre und einer Spitze aus Nylon. „Das Verbiegen ist das, was die Lautstärkereduktion ausmacht“, erklärt Korth. Um bis zu 80 Prozent reduzierten die Sticks die Lautstärke eines Drumsets.

Konkurrenzprodukte sind die Rods, ein aus dünneren Holzstäben zusammengesetzter Schlagstock, der ähnlich viel kostet wie die Silent Sticks. Diese seien aber drei- bis viermal langlebiger und bis zu 6 Dezibel leiser als klassische Rods, betont Adoro Drums.

Das Unternehmen hat sechs Angestellte. Die Sticks werden in Handarbeit gefertigt. Je nach Modell sind 16 bis 18 Arbeitsschritte notwendig. So muss jede Spitze einzeln mit einem Spezialkleber an den zuvor erhitzten Griff angeklebt werden. Maschinen, die die Arbeit erleichtern und effizienter gestalten, gibt es bis auf einen Industriebackofen und ein Gerät zum Bedrucken der Sticks keine.

 1000 bis 1500 Stöcke können im Monat produziert werden. Der Jahresumsatz belaufe sich auf rund 170.000 Euro. „Ohne die Silent Sticks wären wir wahrscheinlich 2020 pleitegegangen oder spätestens mit Kriegsbeginn“, sagt Korth. 

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Oktober 2024, Nr. 236, S. 20 - Henri Elias Bülau, Gymnasium Oberalster, Hamburg

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