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Dürr restauriert mechanische Turmuhren und kennt sich im Denkmalschutz aus

Die Dürr Turmuhren & Glocken GmbH ist eines der wenigen Unternehmen in Deutschland, das mechanische Turmuhren und ihre Glockenanlagen wartet und instand setzt. In Deutschland sei das Unternehmen das einzige, das ein Zertifikat zur denkmalschutzgerechten Ausführung der Arbeiten besitze; man befolge strenge Auflagen, sagt der 58 Jahre alte Geschäftsführer Gernot Dürr. Das Familienunternehmen aus Rothenburg ob der Tauber besteht seit 140 Jahren. Gernot Dürr begleitete schon als Jugendlicher seinen Vater in die Werkstatt und auf Montagefahrten. Sein Team besteht aus acht Mitarbeitern.


 Aufträge bekommt Dürr aus ganz Deutschland. Mechanische Turmuhren werden kaum noch hergestellt. Mit Re­staurierung, Sanierung und Wartung erwirtschaftet Dürr rund 80 Prozent des Umsatzes. Man arbeite eng mit Denkmalschutzbehörden und Sachverständigenzusammen. Die Behörden empfählen das Unternehmen oft weiter.

Ein Kunde ist die katholische Kirchengemeinde Bilshausen, die eine 125 Jahre alte Kirchturmuhrrestaurieren lassen wollte. Rüdiger Heine aus dem Kirchenvorstand machte Dürr ausfindig. „Nur wenige Unternehmen haben die Fachkenntnisse, eine historische Turmuhr mit der geplanten Automatisierung zu verbinden“, sagt Heine.

Das Angebot von Dürr war zwar das zweitteuerste, doch ein Sachverständiger hatte das Unternehmen empfohlen, weil die denkmalpflegerischen Ansprüche ideal berücksichtigt würden. „Die Uhr bleibt im Originalzustand, beschädigte Elemente wie Lager werden erneuert, und es muss nichts am Grundmodell verändert werden“, berichtet Heine. Die Kirchengemeinde Bilshausen finanziert die Restaurierung durch Fundraising, einen Förderverein und ehrenamtlich tätige Handwerker. Einen kleinen Eigenanteil brachte die Gemeinde auf.


Die Uhren müssen alle 40 bis 50 Jahre restauriert werden. Zunächst geht Dürr in den Kirchturm und macht Fotos. Beim nächsten Termin gehe es um die Vermessung der Anlagen. Danach bespreche man sich mit technischen Architekten und Sachverständigen und plane die Re­stauration. Dann werden beschädigte Teileausgebaut. Wenn möglich, wird das alte Bauteil nur restauriert. Denn es sei schwierig, ein Teil so nachzubauen, dass es die Funktion des alten Teils gleichermaßen ausführen könne. Zum Schluss gehe es an die Automatisierung. Eine mit einer Funkuhr synchronisierte Pendelsteuerung sorge für die genaue Angabe der Uhrzeit. Eine Herausforderung stelle der Fachkräftemangel dar. „Wir könnten noch ein bis zwei Mitarbeiter mindestens mehr gebrauchen“, sagt Dürr.

„Die Auftragslage ist im Moment sehr gut und entwickelt sich auch immer noch gut“, berichtet Dürr weiter. Für die kommenden 20 bis 25 Jahre sieht er seinen Handwerksbetrieb gesichert. Der zweite Geschäftsführer André Schwaiberger, ein langjähriger Mitarbeiter, wird das Unternehmen weiterführen, wenn Dürr sich in sieben bis zehn Jahren in den Ruhestand begibt. Man schließe im Jahr 50 bis 60 Aufträge ab und erziele einen Umsatz zwischen 800.000 und einer Million Euro. Besondere Aufträge waren für Dürr die Inbetriebnahme des Glockenspiels im Rathaus von München und die Restauration einer fast 600 Jahre alten Turmuhr in Forchtenberg.

Ein Projektbeitrag von: ,
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02. Januar 2025 , Nr. 1, S. 21 - Frederik Heine, Eichsfeld-Gymnasium, Duderstadt

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