Der Marktführer für Schilder sitzt im Erzgebirge
Prinzipiell kann jeder bei uns Kunde werden“, sagt Tim Kieß, einer der Geschäftsführer der Schilderwerk Beutha GmbH aus Stollberg im Erzgebirge. Man sei Marktführer unter Deutschlands Schilderherstellern und außerdem führend bei touristischen Unterrichtungsschildern. Diese weisen an Autobahnen auf Touristenattraktionen hin. In Deutschland finde man rund 3600 solche Schilder, es gebe 1800 Motive, zum Beispiel die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Das Schilderwerk Beutha konzipiert die Tafeln, produziert und montiert sie, wie Kieß berichtet.
Jedes Jahr vertreibe man rund 330.000 Schilder und habe in den vergangenen zehn Jahren rund 420 touristische Unterrichtungstafeln verkauft. Neben Stollberg gibt es Standorte in Neustadt, Berlin, Chemnitz und Nürnberg mit insgesamt 230 Mitarbeitern. Gegründet wurde das Unternehmen 1953. Damals stellte es als einziger deutscher Betrieb Emailleschilder für Eisenbahnen her sowie Pegellatten für Schifffahrten und Straßennamenschilder. 2010 war man der erste Hersteller in Deutschland für Großschilder mit Digitaldruck von neuartigen mikroprismatischen Reflexionsfolien.
Die am meisten verkauften Schilder sind nach Kieß Park-, Halteverbots- und Geschwindigkeitsschilder. Inzwischen seien Schilder rund ums Elektroauto „Dauerbrenner“, zum Beispiel solche, die eine Ladestation zeigten. Wenn eine Stadt solche Schilder kauft, kostet eines etwa 35 Euro, dies variiert jedoch je nach Schild und Folie. Die Folien sind entscheidend für die Haltbarkeit.
Der wichtigste Rohstoff ist Aluminium. Es gibt jedoch eine Alternative, dann besteht der Kern aus Kunststoff und nur die äußere Schicht aus Aluminium. Dies ist laut Kieß zwar genauso stabil sowie billiger und leicht zu bearbeiten, erschwert aber den Recyclingprozess. 2024 betrug der Umsatz nach Kieß 35 Millionen Euro, 2023 seien es 34 Millionen Euro gewesen.
Das Design der Schilder ist rechtlich vorgeschrieben. Man konzentriert sich auf eine schnelle Bearbeitung der Aufträge. „Wir wollen die schnellsten auf dem Markt sein, nicht die billigsten.“ Die Produktion hat sich sehr verändert. „Ganz früher wurden die Schriften direkt von Hand geschnitten; dann gab es ein Computerprogramm, das zum Beispiel angab, dass auf dem Schild eine Zwei sein soll, und der Plotter schneidet eine Zwei aus. Jetzt drucken wir alles, was individuell ist, mit einem Digitaldrucksystem.“ Man sei nun offen für die Anwendung von KI.