BMW, Mercedes und VW sind Kunden von LaVision, dem Weltmarktführer für bildgebende Messtechnik
Die LaVision GmbH aus Göttingen ist Weltmarktführerin für bildgebende Messtechnik in den Bereichen Strömungs- und Verbrennungsdiagnose. Das betonen der Vertriebsleiter Hartmut Iber und Benjamin Werner, der die Bereiche Finanzen und HR leitet. Das Unternehmen ist 1989 aus der Verbrennungsforschung des Max-Planck-Instituts in Göttingen entstanden, nachdem es einen Auftrag vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bekommen hatte. Recht schnell expandierte man in die Automobilindustrie. Die Göttinger erhielten von Volkswagen den Auftrag, Verfahren zu entwickeln, mit denen die Verbrennung in zyklischen Motoren wie dem Ottomotor untersucht werden kann. „In der Verbrennungsdiagnostik geht es immer um die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und um die Reduzierung von Schadstoffen“, erläutert Iber.
Es sind neue Produktsparten hinzugekommen. Eine ist die Strömungsforschung. „Mit der Strömungstechnik machen wir mittlerweile deutlich mehr als 50 Prozent unseres Umsatzes“, sagt Iber. Ein Verfahren für die Strömungsmesstechnik ist die PIV-Methode (Particle Image Velocimetry): Man gibt Streuteilchen, „Tracer-Partikel“, in eine Strömung und bestrahlt sie zweimal mit einem Laser. Eine Doppelbildkamera nimmt die beiden Partikelbilder auf und zeigt so den Partikelversatz. Dann kann man die lokale Strömungsgeschwindigkeit berechnen und lokale Wirbelstärken und Spannungstensoren, also Spannungsverteilungen, ableiten und darstellen. Von diesen zusammengesetzten Systemen verkaufe man jährlich rund 100 Stück, berichtet Iber. Man entwerfe sie je nach Bedarf der Kunden. Die Kosten für ein System reichen bis zu einer Million Euro.
LaVision entwickelt außerdem Systeme für den Bereich Spraycharakterisierung, bei der man sich mit der Verteilung von Partikeln aus Sprühdosen, zum Beispiel Haarspray, auseinandersetzt. In der Automobilindustrie benutzt man die Sprayanalyse zur Untersuchung von Einspritzdüsen im Verbrennungsmotor.
Der Hauptkonkurrent sei Dantec Dynamics aus Dänemark; da gebe es Überschneidungen in fast allen Produktbereichen, sagt Iber. LaVision habe einen Marktanteil auf dem Weltmarkt von 65 Prozent. Die Marktführerschaft beziehe sich sowohl auf die Systeme als auch die Softwarealgorithmen, die notwendig seien, um genaue Strömungsdaten, zum Beispiel Strömungsfelder, zu liefern. Der Jahresumsatz liege stetig zwischen 21 und 24 Millionen Euro, berichtet Benjamin Werner. Man beschäftigt rund 110 Mitarbeiter.
Kunden seien neben dem DLR und VW andere Autounternehmen, etwa Mercedes, BMW, Toyota und General Motors. Sie nutzten Produkte aus den Bereichen Strömungsuntersuchung, Verbrennungsdiagnostik und Sprayanalyse. Letztere dient bei Verbrennungsmotoren zur Ermittlung der Benzinverteilung, um eine effiziente Verbrennung zu gewährleisten. Das französische Unternehmen L’Oréal ist ebenfalls Kunde. Mit der Sprayanalyse werden die Eindringtiefe des Spraysprühstoßes sowie die Geschwindigkeit und der Ausstoßwinkel der Partikel ermittelt. Die Hauptkunden von LaVision sind allerdings Universitäten und Forschungseinrichtungen.