Manuel Stein, Informatiker mit dem Schwerpunkt Datenanalyse und Informationsvisualisierung, arbeitete an seiner Doktorarbeit zur automatisierten taktischen Analyse im Fußball, als ein Problem auftauchte: Die von ihm benötigten Daten waren schwer zugänglich. Dies führte 2021 zu der Entscheidung, ein Unternehmen zu gründen, das eine Technologie entwickelt, die diese Daten kostengünstig aus Videodaten extrahiert und für die Analyse nutzt.
Die Subsequent GmbH in Konstanz bietet eigenentwickelte KI-Technologien an, die es ermöglichen, Videoaufnahmen, zum Beispiel vom Smartphone, automatisiert zu verarbeiten und die Bewegung von Menschen sowie Objekten dreidimensional in Echtzeit zu analysieren. Damit fasste man zunächst in der Sportanalyse Fuß: Spielerbewegungen im Fußball oder die Bewegung des Pucks im Eishockey werden verfolgt. Weitere Anwendungsbereiche sind die Ganganalyse neurologischer Patienten und Übungsanalysen zur Sturzprävention im Alter. Risikofaktoren für Stürze im Alltag können vorhergesagt und hoffentlich verhindert werden.
„Unsere Lösungen sind einzigartig, weil sie nicht nur für professionelle Sportvereine, sondern auch für den privaten Verbraucher von Bedeutung sind“, sagt Stein. Die Systeme seien nicht invasiv, es würden keine Marker am Objekt oder Veränderungen an den zu analysierenden Systemen benötigt. Damit unterscheide man sich von Mitbewerbern. Außerdem seien keine aufwendigen Kamerasysteme erforderlich, nur simple Videoaufnahmen.
„In den ersten Monaten war es nicht einfach, die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen“, erinnert sich Stein. Schließlich gewann das Unternehmen wichtige Kunden, darunter den Österreichischen Fußball-Bund und den Deutschen Eishockey-Bund. Subsequent gewann außerdem mehrere Auszeichnungen, die halfen, sich zu etablieren. Man beschäftigt fünf Vollzeitmitarbeiter und wird von Freiberuflern, Studenten und Praktikanten unterstützt. 2023 überstiegen Auftragseinnahmen und Forschungsgeld die Millionengrenze.
„Wir sind überzeugt, dass unsere Technologien nicht nur für Profis, sondern auch für Endverbraucher von großem Nutzen sein können“, sagt Stein. Besonders die Entwicklung von Apps für Privatpersonen zur Leistungsanalyse und für Gangmessungen steht im Fokus. Die allgegenwärtigen Smartphones könnten zum Training motivieren, die App könnte Haltungsfehler bei Übungen aufzeigen. Die Technik soll helfen, Bewegungsmuster besser zu verstehen und zu verbessern.