Marktführer Krampe baut sehr robuste Kipper.
Die Krampe Fahrzeugbau GmbH aus Coesfeld stellt in den rustikalen Werkshallen einer ehemaligen Kaserne Kipper für die Landwirtschaft und den Erdbau her. Das 1918 gegründete Familienunternehmen in vierter Generation ist laut Geschäftsführer Robin Krampe Marktführer in Deutschland für landwirtschaftliche Wannenkipper. Das Unternehmen schätzt, dass etwa jeder dritte Kipper von Krampe stammt.
Anfang der 2000er-Jahre enthüllte man auf der Agritechnica, der weltgrößten Messe für Landmaschinen, ein neues Modell des „Big Body“-Anhängers und damit eine neue Bauweise des Wannenkippers. Als erster Hersteller montierte Krampe eine Halbrundmulde auf ein Tandemfahrgestell.
Die beliebten Halfpipe-Erdbaukipper sind von den europäischen Baustellen nicht mehr wegzudenken, wie das Unternehmen betont. Krampe sei stetig gewachsen und habe erstmals 2019 einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro erreicht. Man expandiere in europäische Nachbarländer. Die Exportquote liege bei 30 Prozent und dürfte, erwartet Krampe, weiter steigen. Durch die Einrichtung von lokalen Vertriebsteams in verschiedenen europäischen Ländern soll eine enge Kundenbetreuung sichergestellt werden.
Als einer der ersten Hersteller von Transporttechnik erhielt Krampe Ende 2020 die EU-Typgenehmigung. Ein durchgehendes Qualitätsmanagement ist Voraussetzung dafür. Die EU-Typgenehmigung gewährleistet Fahrzeuge nach den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards der EU, die dann problemlos in der ganzen EU zugelassen werden können. Die Abnahme durch den TÜV kann dadurch entfallen.
„Wir haben einen sehr, sehr hohen Wiederverkaufswert. Fahrzeuge, die 20, 25 Jahre alt sind, werden meistens zu den gleichen Preisen wiederverkauft, wie sie damals eingekauft wurden“, sagt Krampe. Landwirt Martin Ueing aus Nottuln bestätigt: „Der Kipper war eine gute Investition, die sich bis jetzt sehr gelohnt hat. Durch die hohe Qualität hatten wir keine Ausfälle in der Ernte, und alles lief reibungslos.“
Jeder Kunde könne das Fahrzeug so bekommen, wie er es für seinen Einsatzzweck individuell benötige, berichtet Krampe. So könne man für jeden Boden passende Reifen auswählen. Mit einer Breite von bis zu 75 Zentimetern sei es möglich, trotz sehr hohem Gewicht immer noch recht bodenschonend zu arbeiten. Eine weitere Anpassungsmöglichkeit in der neuen „Ram Body“-Serie sind wegklappbare Wanderhöhungen, um vor allem das Beladen von kleineren Maschinen zu ermöglichen.
Mittlerweile verkauft das Unternehmen aus dem Münsterland, das rund 240 Mitarbeiter beschäftigt, mehr als 1200 Fahrzeuge im Jahr. Mit einem Umsatz von 53 Millionen Euro 2023 und 59 Millionen Euro 2024 gehöre man in Europa zu den fünf größten Kipperherstellern. Die Kipper kosten rund 40.000 bis 50.000 Euro. Kunden sind vor allem größere landwirtschaftliche Betriebe. Krampe bietet auch Erdbaukipper an, die deutlich robuster sein müssen; sie werden bei Abrissarbeiten verwendet.
Mit dem Big Body 900S, der knapp 11 Meter lang und gut 3 Meter hoch ist, können in einer Fuhre gut 200.000 Kartoffeln transportiert werden. Je Hektar liegt die Durchschnittsernte bei etwa 400.000 Kartoffeln, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium angibt. Damit der Kipper auch voll beladen in der Kurve nicht umkippt, hat Krampe eine elektronische Bremsanlage entwickelt, die aktiv in das Fahrverhalten eingreift; sie bremst einzelne Räder.