Funtec ist Marktführer für Beachvolleyball
Die Funtec Sports GmbH aus Hennef in Nordrhein-Westfalen produziert Sportanlagen, hauptsächlich für den Profibereich. Vor etwa 30 Jahren entwickelte der Gründer Ralf Esser ein Patent für transportable Beachvolleyballnetzanlagen, kurz bevor die Sportart olympisch wurde - ein guter Zeitpunkt, denn die Aufnahme ins olympische Programm steigerte die Nachfrage nach professioneller Ausrüstung stark. "Seitdem sind wir zum größten Hersteller in diesem Bereich geworden", berichtet Esser. Man hat nach eigenen Angaben schon viele große Turniere ausgestattet, zum Beispiel die erste Beachvolleyball-Weltmeisterschaft im Jahr 1997 in Los Angeles. Funtec sei in Deutschland Marktführer auf dem professionellen Beachvolleyballmarkt.
Neben den Netzanlagen stellt das Unternehmen seit 1996 Bandensysteme für Kleinspielfelder her. Später kamen komplette Sportkäfige sowie Ballfangnetze für Fußball und Golf dazu. "Wir machen mittlerweile fast 95 Prozent der Hintertornetze aller großen Stadien, in denen es keine Laufbahn um das Spielfeld gibt", berichtet der Geschäftsführer. Gerade hat man einen Auftrag für die Allianz Arena in München abgeschlossen. Fußballfan Jannes Rudolph sagt: "Dank der Hintertornetze kann ich mich ganz auf das Spiel konzentrieren und meinen Verein unterstützen - ohne ständig auf fliegende Bälle achten zu müssen." Funtec richtet zudem das jährliche Beachline Festival in Italien aus, das weltgrößte Beachsportfestival, und installiert dort gut 250 Netzanlagen.
Das Unternehmen kennen auch Hobbysportler. Die 17 Jahre alte Freizeitvolleyballspielerin Mia Fröhlich berichtet, ihr gefalle das Gefühl, genauso gut ausgerüstet zu sein wie die Profis. "Ich spiele mit dem gleichen Ball und dem gleichen Netz wie meine Vorbilder." Man stelle langlebige Produkte her, sagt Esser. Für die neuesten Pro-Beach-Netzanlagen habe man einen besonders stabilen Edelstahlkopf entwickelt.
Zudem habe das Unternehmen ein neues Konzept für die Recyclingbranche entwickelt. Aus altem Kunstrasen würden Bausteine gepresst, die zu Banden verarbeitet werden könnten. Man arbeite mit einem Unternehmen zusammen, das jährlich rund 300.000 Tonnen Kunstrasen recyceln müsse.
Funtec beschäftigt 25 Mitarbeiter und erwirtschaftet nach Essers Angaben rund vier Millionen Euro Umsatz im Jahr, etwa die Hälfte mit Beachvolleyballanlagen. Produziert wird in Hennef. Die Produktpalette reicht von Ersatzteilen für wenige Euro bis hin zu kompletten Sportanlagen mit sechsstelligen Preisen. Das "Pro Beach Set" beinhaltet mehrere Produkte wie eine Netzanlage mit Aluminiumpfosten, ein dreifach verstellbares Fußteil und ein Netz mit variabler Länge. Das Standardmodell mit 8,5 Meter Netzlänge bietet das Unternehmen im Internetshop für 555 Euro an. Das Beachvolleyball-Freizeitnetz mit der Länge von 8,5 Metern kostet 68 Euro. Laut Geschäftsführer bestehen manche Anlagen ganz aus Aluminium. Sie zeichneten sich durch ein leichtes Gewicht, hohe Festigkeit und Korrosionsschutz aus.
Den Marktanteil in Deutschland schätzt man auf mehr als 50 Prozent. International gebe es Konkurrenz, die mit anderen technologischen Ansätzen arbeite. Mit Blick auf die Hintertornetze sei das Unternehmen das einzige seiner Art, was an den hohen Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland liege. Für die Tennisnetze habe Funtec ein Patent, "das von der Technologie her allen anderen Netzen überlegen ist", sagt Esser. Statt eines herkömmlichen Netzes nutze man eine Folie, in die Löcher gestanzt würden; so sei das Netz stabiler.
"Unsere Produkte haben fast alle Sportgerätehändler im Programm", sagt Esser. Man sei auch international aktiv. So stammten alle Tennisnetze der ATP World Tour von Funtec. Künftig will man verstärkt auf Recycling und neue Sportarten setzen. "Wir hatten schon Kaufangebote, aber das haben meine Kinder dankend abgelehnt", erzählt Esser und hofft auf eine Umsatzsteigerung von 20 bis 30 Prozent jährlich.