Hyla ist Weltmarktführer für Wasserstaubsauger.
Hyla verkaufte 2012 den teuersten Staubsauger der Welt; verziert mit 32.000 Swarovski-Steinen kostete er 16.928 Euro. Hauptsächlich vertreibt das Unternehmen ein Luft- und Raumreinigungssystem, das sowohl Wasserstaubsauger als auch Luftfilter ist. Es verfügt über einen Separator, der ermöglicht, einen Teil des Staubs aus der Luft zu filtern. Wie viel das ist, hängt von der Art des Staubs ab. In einem Haushalt mit viel organischem Staub sollen es knapp 96 Prozent sein.
Der Staubsauger zieht die Luft an und leitet sie in den Wasserbehälter weiter. Dort wird das Wasser aufgewirbelt, und der Separator, der sich mit 280 Stundenkilometern dreht, sorgt dafür, dass alle Wassertropfen, die auch Luft umschließen, so lange zerkleinert werden, bis der Staub herausgefiltert ist. Dann entweicht die saubere Luft wieder durch den Separator. Will man das Gerät als Luftfilter nutzen, entfernt man den Schlauch.
Die Hyla International GmbH & Co. KG aus Filderstadt vertreibt die Produkte. Produziert werden sie in Slowenien, wo 1990 die Entwickler und Ingenieure Janez Pogacar und Doro Erjavec die Hyla d.o.o. gründeten. Wenige Jahre später trafen sie den deutschen Unternehmer Wilfried Metzger, der den Vertrieb und das Marketing übernahm und dafür Hyla International gründete. Inzwischen führen Giuseppe Madonia und Moritz Metzger, der Sohn von Wilfried Metzger, das Unternehmen.
2024 verkaufte Hyla nach eigenen Angaben gut 120.000 Geräte des neuesten Modells Hyla EST Defender, knapp 40 Prozent davon in Deutschland, dem größten Markt des Unternehmens. 2025 seien es 110.000 Stück gewesen. 98 Prozent der Abnehmer seien Privatkunden, die restlichen Hotels, zum Beispiel alle Fünfsternehotels in Dubai. „Wir haben auch einen großen Kundenstamm an Profifußballern“, sagt Madonia und nennt den Brasilianer Neymar.
„Wir unterliegen wirtschaftlichen und politischen Schwankungen“, betont der Geschäftsführer. So habe 2015 der Umsatz in Russland und der Ukraine bei zwei Millionen Euro gelegen. „Heute machen wir dort null Euro.“ Doch man konnte neue Märkte erschließen, zum Beispiel in Südamerika.
In Deutschland sollen nach Unternehmensangaben gut zwei Prozent der Haushalte einen Hyla nutzen, auf der ganzen Welt liege man wohl noch unter dieser Marke. Im Bereich der Wasserstaubsauger sei man Weltmarktführer. Nach Angaben in der Zeitschrift „Slowenien lädt ein!“ besaß Hyla 2020 einen Weltmarktanteil von 30 Prozent. Zu den Konkurrenzprodukten gehören Geräte von Pro-Aqua und Ritello und der aus der Türkei stammende Roboclean. Um die selbst entwickelte Technologie exklusiv nutzen zu können, ließ Hyla den Separator 2001 patentieren. 2022 wurde das Patent für den neuen Defender erneuert.
„Der Hyla Separator ist selbstreinigend“, sagt Madonia. „Andere Staubsauger, die Wasser verwenden, haben immer noch einen anderen Filter, den HEPA-Filter, der auch gewechselt werden muss.“ Hyla betont zudem die hohe Lebensdauer der Geräte im Privathaushalt von 15 bis 20 Jahren. Wasserfilter filterten zudem Pollen und Allergene aus der Luft. Ein Nachteil ist, dass das Wasser nach jedem Saugen getauscht werden sollte. Außerdem sind die Geräte deutlich schwerer und für das Aufsaugen von Mineralstaub wie Asche ungeeignet.
Der Hyla wird nur im Direktvertrieb über geschulte Berater verkauft. Das Hauptprodukt Hyla EST Defender kostet in Deutschland etwa 2100 Euro, international liege der Durchschnittspreis bei 2500 Euro. 2024 erzielte man nach eigenen Angaben einen Umsatz von knapp 305 Millionen und 2025 rund 270 Millionen Euro. Hyla International beschäftigt zehn und Hyla d.o.o. knapp 200 Mitarbeiter. In Deutschland arbeiten 3000 bis 4000 selbständige Hyla-Berater, auf der ganzen Welt knapp 15.000.