Der Marktführer für Anhängerkupplungen.
Vor 30 Jahren begann die Geschichte des Thüringer Unternehmens Rameder Anhängerkupplungen und Autoteile GmbH. Man handelte mit gebrauchten PKW und betrieb ein Zusatzgeschäft mit Anhängerkupplungen, alles aus einer privaten Garage heraus. Bald reichte der Platz in der Garage schnell nicht mehr aus, und schon ein Jahr nach der Gründung zog man nach Leutenberg um; nach und nach wuchs das Zusatzgeschäft zum Hauptgeschäft heran. Heute ist Rameder nach eigenen Angaben führender Anbieter in Europa im Bereich der Nachrüstung, beschäftigt mehr als 600 Mitarbeiter und ist auf 28 europäischen Märkten aktiv.
Nach eigenen Angaben lag der Umsatz 2025 bei rund 180 Millionen Euro; er wachse jährlich mit zweistelligen Raten. „Ungefähr die Hälfte entfällt auf den deutschen Markt“, sagt Geschäftsführer Marcus Vollbrecht. „Das nächstgrößere Land ist Frankreich, da dieses an zweiter Stelle in der Rangfolge des Fahrzeugbestandes steht.“ Vor drei Jahren kam Spanien als jüngster Markt hinzu.
Am Standort Thüringen hält Rameder für nahezu jedes Automodell eine passende Kupplung bereit. „Es gibt Fahrzeuge, die bauartbedingt keine Anhängerkupplung zulassen, aber selbst für die haben wir Sonderzulassungen“, erklärt Vollbrecht. Lösungen könnten ein Heckträgersystem oder eigens entwickelte Kupplungen sein. Wirkliche Konkurrenten habe man nicht, sagt Vollbrecht. Rameder sei das einzige Unternehmen, das sich in Europa auf Anhängerkupplungen spezialisiert habe.
Hergestellt werden die Kupplungen in industriellen Verfahren wie Laserschneiden, Stanzen und Präzisionsfertigung. Nach dem Zusammensetzen der Metallteile erfolge in der Regel eine chemische Behandlung oder eine Beschichtung zum Schutz vor Korrosion. Später werden die Anhänger über den Elektrosatz mit der Bordelektronik des Fahrzeugs verbunden.
Unterschieden wird zwischen drei Kupplungssystemen: starr, abnehmbar und schwenkbar. An die meisten Automodelle können alle drei Typen angebracht werden. Die starre Kupplung ist die kostengünstigste Variante. Die abnehmbare Kupplung eignet sich vor allem für Fahrzeugmodelle, bei denen die Kupplung das Kennzeichen verdeckt.
Produziert wird in einer eigenen Fabrik in Spanien. „Wir sind ein Komplettanbieter – von der Produktion über den Vertrieb bis zum Einbau“, sagt Vollbrecht. Der Preis variiert je nach Anwendungsfall. Der Durchschnittspreis liegt zwischen 300 und gut 600 Euro. Er setzt sich aus den Montagekosten, dem Elektrosatz und der Anhängerkupplung zusammen.
Neben Eigenmarken, die 2025 auf den Markt gebracht wurden, bietet Rameder auch ein breites Sortiment anderer Hersteller wie Westfalia und Brink an. „Wir bedienen Tausende Automodelle mit verschiedenen Motorisierungen und Einsatzbereichen“, sagt Vollbrecht. Insgesamt komme man auf mindestens 50.000 unterschiedliche Anwendungsfälle und verkaufe rund 500.000 Anhängerkupplungen im Jahr. Neben dem Kerngeschäft der Anhängerkupplungen, das rund 80 Prozent des Umsatzes ausmacht, und deren Montage bietet Rameder Produkte an, die sich an der Anhängerkupplung befestigen lassen, etwa Fahrradträger und Heckboxen.
Die Elektrosätze der Anhängerkupplungen enthalten Halbleiter, weshalb die globale Knappheit von Halbleitermaterialien zu temporären Engpässen geführt habe, sagt Vollbrecht. Diese habe man durch die Erhöhung der Zahl an Zulieferern und größere Lagerbestände jedoch weitgehend abgefedert.