Wie Puffer von P+S Aufzugfahrer schützen
Sie sollen am besten nie gebraucht werden, denn im Ernstfall schützen sie Aufzüge und deren Insassen: Aufsetzpuffer. Das sind unscheinbare Bauteile aus Kunststoff, sie federn Aufzüge im Notfall ab. Die P+S Polyurethan-Elastomere GmbH & Co. KG aus Diepholz stellt sie her. Laut Daniel Semprecht, dem Vertriebsleiter des mittelständischen, familiengeführten Unternehmens, gehört man in Deutschland und Europa zu den Marktführern.
Aufsetzpuffer sitzen am Boden eines Aufzugsschachts. Sie fangen die Kabine auf, wenn andere Sicherheitsmechanismen versagen. „Unsere Bauteile sind die letzte Kontrollinstanz“, erklärt Semprecht. Ohne sie würde es „ordentlich scheppern“. Sie sind zylindrische Bauteile aus dem werkseigenen Polyurethan-Werkstoff Diepocell, meistens nur handgroß. Dennoch können sie je nach Modell Lasten von wenigen Hundert Kilogramm bis zu mehr als zehn Tonnen aufnehmen.
Die „herausragenden Dämpfungseigenschaften“ erlaubten eine Vielzahl von Anwendungen, sagt Semprecht. Die Puffer seien an vielen Orten zu finden, beispielsweise in der Puente de Vizcaya, einer Brücke in Bilbao, und im Flughafen von Istanbul. Das Unternehmen fertige jährlich „einige 100.000 Stück“.
Als 2015 neue europäische Sicherheitsnormen in Kraft traten, entwickelte P+S eine neue Generation von Aufsetzpuffern, die „D-Serie“. Laut Semprecht darf beispielsweise eine Verzögerung (negative Beschleunigung) von maximal des Sechsfachen der Erdanziehung nicht überschritten werden; die abgelöste Norm habe noch eine Rückbeschleunigung des Zehnfachen der Erdbeschleunigung zugelassen. Die neuen Puffer reduzieren bei einem Absturz den Einfluss auf die Insassen. Die Kraft der sechsfachen Erdbeschleunigung ist laut Max-Planck-Institut vergleichbar mit den kurzen Spitzenbelastungen, die in manchen Achterbahnen auftreten können. Nach Angaben des Aerocenters können solche Spitzenbelastungen sogar zur Bewusstlosigkeit führen.
Das Unternehmen hat laut Semprecht 2024 einen Umsatz von rund 15 Millionen Euro erzielt, davon etwa zehn Prozent mit dem Aufzugsbegleitprogramm. Im vergangenen Jahr sei der Erlös voraussichtlich etwas gestiegen. Man beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und exportiert in die ganze Welt. Zu den Hauptabnehmern gehörten Südkorea, Indien, China, Australien, Neuseeland, Südafrika und der Mittlere Osten. Neben den Aufsetzpuffern stellt P+S vor allem technische Bauteile aus Polyurethan her, zum Beispiel Räder, Rollen, Dichtungen, Führungen und Elastomerfedern.
Die Nachfrage stammt zunehmend aus der Modernisierung von Anlagen. „Im Ersatzteilgeschäft steckt ein enormes Potential“, sagt Semprecht. Sicherheitsbauteile wie die Puffer werden in der Regel nach zehn Jahren erneuert. Die Aufzugsbranche stehe derzeit unter Druck, da weniger Neubauten realisiert würden.