Sie produzieren Kabinen, Urnen und Stimmzettel.
„Wir sind eines der führenden Unternehmen, die sowohl Wahlmöbel, also Wahlurnen und Wahlkabinen, anbieten als auch Millionen Stimmzettel und Umschläge drucken und an Wahlämter liefern“, sagt Bianca Schütze, Geschäftsführerin vom Verlagshaus Stadthagen aus Stuhr in Niedersachsen, das Teil der VerMail Verlags- & Mailinghaus GmbH ist. In Norddeutschland sei man Marktführer. Das Unternehmen gründete ihr Großvater vor gut 60 Jahren.
Zwar produziert man die Möbel nicht selbst, hat aber Mitspracherecht bei der Entwicklung neuer Produkte. Die Wahlmöbel sind blickdicht und schlagfest. Es gibt auch Wahlkabinen aus Pappe, die platzsparender zu lagern, aber nicht so langlebig sind wie die aus Kunststoff. Die Kunden müssen darauf achten, dass die Möbel den Vorgaben der Wahlordnung entsprechen.
Kunden sind vor allem Städte und Gemeinden. Man stattet auch die Bundestags- und die Europawahl aus. Unternehmen können für Betriebsratswahlen Ausstattung erwerben. Die Preise beginnen bei 85 Euro für die Wahlkabine „Classic S“ und reichen bis 375 Euro für eine große Stehwahlkabine in Leichtbauweise. Wahlurnen aus Plastik kosten 70 bis 180 Euro. Es gibt auch eine 90 Zentimeter hohe Ökovariante für knapp 55 Euro aus Wellpappe.
2025 seien rund 5000 Wahlmöbel verkauft worden, berichtet Schütze. Das habe einen Umsatz von etwa 300.000 Euro generiert. Vor den großen Wahlen verkaufe man mehr. 2024 betrug der Gesamtumsatz nach eigenen Angaben 1,1 Millionen Euro, erwirtschaftet von rund 20 Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr habe der Gesamtumsatz bei 1,3 Millionen Euro gelegen.
„Dank einer starken Teamarbeit haben wir es beispielsweise geschafft, die letzte Europawahl mit über drei Millionen Stimmzetteln auszustatten.“ Die Preise für die Stimmzettel variieren je nach Größe oder ob die Kanten gerundet werden, sie liegen allgemein unter zehn Cent. Es dürfe keine Tippfehler oder formalen Fehler geben, um auszuschließen, dass eine Wahl ungültig sei.
Die größeren Wahlen bestückten mehrere Wahlausstatter. Die Unternehmen bewerben sich auf die Ausschreibungen der Kommunen. Man schätze sich gegenseitig, und wenn Not am Mann sei, hälfen sich die Druckbetriebe untereinander aus. Zur Konkurrenz gehören die Deutscher Gemeindeverlag GmbH, die Behördenverlag Jüngling-gbb GmbH & Co. KG und Wahlurnen-Shop.de.
Schütze glaubt, dass noch länger auf Papier und nicht digital gewählt wird. Digitale Wahlen gewährleisteten noch nicht die nötige Sicherheit und Nachvollziehbarkeit für die Wähler.