Die 2008 gegründete Yoko Sushi GmbH aus Berlin ist eigenen Angaben zufolge die größte Franchisekette Deutschlands im Bereich Sushi-Lieferservice. Die Filialen reichen von Berlin über Frankfurt und München bis hin zu einer Tankstelle in Bad Rappenau. Die Gründer und Geschäftsführer Frank Grove und Hans Dembowski eröffneten die erste Filiale in Friedrichshain in Berlin. Grove arbeitete zuvor als Immobilienmakler, Dembowski hatte eine Franchise-Kette namens „Pizza Max“ gegründet, die er bis heute leitet.
Weil der Schwerpunkt auf dem Liefer- und Abholgeschäft liegt, biete jede Filiale nur wenige Sitzplätze an, in der Regel vier bis acht, sagt Claudia Kern, die Verantwortliche für das operative Geschäft. Das Angebot reicht von Sushi über Poke Bowls bis zu Spießen, Sommerrollen und Suppen. Laut Kern liegen die klassischen Sushi-Formen mit Gurke, Avocado und Lachs weiterhin im Trend. An Bedeutung gewännen vegane Sushis, Fusion Rolls und nachhaltige Produkte, die etwa zertifizierten Fisch enthielten. Ende vergangenen Jahres verfügte das Unternehmen über 86 Filialen; in ihnen sind jeweils zehn bis 40 Mitarbeiter tätig.
Nach Kern wachsen der Sushi-Verzehr und der Wettbewerb der Anbieter. „Gerade in den Großstädten ist die Konkurrenz extrem.“ Der Umsatz der Franchisenehmer liege je nach Standort zwischen 30.000 und 110.000 Euro im Monat. Die Zentrale in Berlin, die fünf Mitarbeiter hat, vergibt die Lizenzen und kommt jährlich auf Einnahmen von 900.000 bis einer Million Euro. Die einmalige Franchisegebühr für die Nutzung der Marke „Yoko Sushi“ liegt bei 10.000 Euro. Darin enthalten ist die Unterstützung beim Aufbau des Standorts. Die Zentrale kümmert sich zudem um Buchhaltung, Lieferketten, neue Projekte, Einkauf, Immobiliensuche und Innendesign. Dieses ist manchmal reduziert, manchmal japanisch-traditionell.
Lachs besorge man größtenteils über die Metro, Gemüse hingegen regional. Es werde wie der Fisch jeden Morgen in den benötigten Tagesmengen vorbereitet. Reis kocht man frisch, die Sushi rollt man auf Bestellung. Jeder Franchisenehmer ist an ein Hygienekonzept gebunden. Es sei geplant, nach Österreich und in die Schweiz zu expandieren, sagt Kern. Partner hätten sie schon gefunden.