Wie Gebühren wirken

Das Eis schmilzt, die ETF-Kosten bleiben

Sarah Speicher-Utsch

Das Eis schmilzt, die ETF-Kosten bleiben

Günstiger geht fast immer – aber lohnt sich das auch? Gerade bei ETF können selbst kleine Kostenunterschiede über die Jahre viel ausmachen.

Hauptsache günstig. Oder nicht? Heutzutage kommt schnell das Gefühl auf, zu teuer gekauft zu haben. Die Leasingrate für das E-Auto? Bei einem anderen Händler ist sie niedriger. Die Kugel Eis? In der Eisdiele im Nachbarort ist sie günstiger und größer. Aber ist es wirklich immer klug, nach dem Günstigsten zu suchen?

Bei Finanzprodukten kann sich der Vergleich wie bei Leasingraten lohnen. Über die Zeit summieren sich die Kosten und schmälern den Gewinn merklich. Es entgeht Anlegern nicht nur der Betrag, den die niedrigeren Kosten am Anfang ausmachen. Es fehlen auch die Rendite und der Zinseszins, den dieses Geld in den Folgejahren erwirtschaftet hätte. Es lohnt sich also, Fonds und ETF im Depot nicht nur auf ihre Wertentwicklung hin zu überprüfen, sondern auch die Kosten zu vergleichen.

Gibt es einen Welt-ETF, der gleich oder ähnlich investiert, aber nur die Hälfte an Gebühren kostet? Dann ist es Zeit, etwas zu ändern. Aber dabei gibt es Fallstricke. Bietet meine Bank das günstigere Produkt ohne zusätzliche Kosten an? Fällt eine Provision an? Wie hoch sind die Transaktionskosten? Wie hoch ist die Differenz zwischen dem An- und Verkaufskurs des ETF?

Auf der Suche nach dem besten Preis kann man sich leicht verlieren. Bei ETF auf Standardindizes ist die Richtung trotzdem klar: Wer einfach investiert, sollte auch einfach zahlen – und nicht mehr als nötig. Bei der Kugel Eis kann man großzügiger sein und sie an Ort und Stelle genießen. Einen Zinseszinseffekt gibt es dort nicht.

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