Timing-Problem

Zu viel Cash kostet Rendite

Sarah Speicher-Utsch

Zu viel Cash kostet Rendite

Vermögensverwalter hielten zu viel Liquidität und verpassten die Kurs-Erholung am Aktienmarkt. Wer regelmäßig in ETF investiert, umgeht das Timing-Problem.

Hinterher ist man immer schlauer. Das ist auch bei der Geldanlage so. Sogar unabhängige Vermögensverwalter haben im ersten Halbjahr den Markt nicht geschlagen. Die Titelauswahl spielte eine Rolle. Doch der Hauptgrund liegt laut einer Auswertung des Instituts für Vermögensaufbau woanders: Die Profis hielten im Durchschnitt in den Kundendepots zu lange ein hohes Liquiditätspolster.

Was in schlechten Börsenphasen schützt, bestraft in starken. Im ersten Quartal brach der Irankrieg aus, ein höherer Liquiditätspuffer dämpfte die Verluste am Aktienmarkt. Im zweiten Quartal bremste er allerdings die Gewinne, als die Kurse wieder stiegen.

Ein regelmäßiger Sparplan umgeht dieses Problem. Zugegeben, bei großen Vermögen gibt es auch andere Optionen. Doch wer monatlich einige Hundert Euro in einen breit gestreuten ETF spart, braucht sich um das Timing keine Gedanken zu machen. Der Cost-Average-Effekt sorgt dafür: Wer regelmäßig denselben Geldbetrag investiert, kauft bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger.

So lässt sich in Einzelwerte investieren, aber auch in breit gestreute passive ETF. Hier können sich Anleger von den Depots der Profis inspirieren lassen. Denn auch die haben erkannt, dass ein Welt-ETF mit der starken US-Dominanz nicht immer die beste Wahl ist. Nach Gold liegt ein Japan-ETF auf Rang zwei und ein Schwellenländer-ETF auf Platz drei. Der MSCI-World-ETF rangiert nur noch auf Platz sechs, allerdings in einer hohen Gewichtung. Höchste Zeit, auch das zu korrigieren.

Weitere Leseempfehlungen

Die kauflustige Helaba

Die kauflustige Helaba

Kaufgelegenheiten auf dem deutschen Bankenmarkt gibt es reichlich. Doch die großen deutschen Kreditinstitute Deutsche Bank und Commerzbank lassen anderen den Vortritt. Mutlos oder konsequent?

Mehr erfahren
Woher kommen die Steuern, wenn KI uns die Arbeit abnimmt?

Woher kommen die Steuern, wenn KI uns die Arbeit abnimmt?

Künstliche Intelligenz wird den Arbeitsmarkt verändern – und damit auch die Finanzierung des öffentlichen Sektors. Wer zahlt in Zukunft Steuern?

Mehr erfahren